Sozialminister Spitzenkandidat
Haider kehrt an FPÖ-Spitze zurück

Mehr als zwei Jahre nach seinem Rückzug kehrt der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider wieder an die Spitze seiner Freiheitlichen Partei (FPÖ) zurück. Darauf verständigten sich am Mittwoch die FPÖ-Führungsgremien in Linz. Sozialminister Herbert Haupt soll die Partei als Spitzenkandidat bei den Neuwahlen Ende November führen, teilten beide Politiker im Anschluss an die Beratungen mit.

HB LINZ. Die Beschlüsse müssen formal noch vom Parteitag am 21. September in der burgenländischen Stadt Oberwart bestätigt werden.

Die FPÖ strebe auch nach den Wahlen wieder eine Regierungsbeteiligung an, sagte Haupt. Er gilt als enger Vertrauter Haiders, genoss als Mitglied der bisherigen Regierung aber auch Vertrauen bei Bundeskanzler Wolfgang Schüssel von der konservativen Volkspartei (ÖVP). Der Sozialminister sei ein "idealer Ansprechpartner" für jene, die es in der Gesellschaft schwer hätten, begründete Haider die Entscheidung.

Er habe nicht als Spitzenkandidat zur Verfügung gestanden, weil er versprochen habe, sein Amt als Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) bis zum Ende der Legislaturperiode 2004 auszufüllen. "Und ich bin es gewohnt, dass ich meine Versprechen halte." Haupt sei jedoch ein ausgezeichneter Kandidat.

Haider hatte sich im parteiinternen Machtkampf gegen seine Nachfolgerin an der Parteispitze, Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, durchgesetzt, die am Sonntag ihren Rücktritt erklärt hatte. "Wir haben einen kleinen Betriebsunfall erlitten", kommentierte er am Mittwoch die Lage seiner Partei. Die Situation sei nun bereinigt, "jetzt geht es mit Volldampf weiter".

Haider hatte nach der international umstrittenen Regierungsbeteiligung der FPÖ im Mai 2000 sein Amt als Parteichef an Riess-Passer übergeben. In den vergangenen Wochen war es rund um das Thema Steuererleichterungen zu einem heftigen innerparteilichen Machtkampf zwischen Haider und Riess-Passer gekommen, den der Kärntner Landeshauptmann schließlich für sich entschieden hatte. Nach dem Rücktritt Riess-Passers hatte Bundeskanzler Schüssel Neuwahlen angekündigt.

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