Sozialministerin Aubry wegen Kandidatur bei Kommunalwahl zurückgetreten
Jospin muss Linksregierung erneut umbilden

ap PARIS. Der französische Premierminister Lionel Jospin hat zum dritten Mal in diesem Jahr seine Linksregierung umbilden müssen. Arbeits- und Sozialministerin Martine Aubry trat am Mittwoch wie angekündigt zurück, um sich ihrer Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Lille zu widmen. Nachfolgerin der populären Sozialistin wird Justizministerin Elisabeth Guigou, deren Ressort wiederum Handelsministerin Marylise Lebranchu übernimmt.

Jospin verliert in der 50-jährigen Aubry einen weiteren Eckpfeiler seines Kabinetts. Die Tochter des früheren EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors setzte die wichtigste soziale Reform der Jospin-Regierung durch, die Einführung der 35-Stunden-Woche. Ihr werden gute Chancen eingeräumt, nach einem Sieg Jospins bei den Präsidentschaftswahlen in zwei Jahren neue Regierungschefin zu werden. Fünf Monate vor den Kommunalwahlen will sie sich jetzt auf ihren Wahlkampf in Lille konzentrieren.

Die neue Sozialministerin Guigou ist wie Aubry seit 1997 Mitglied im Kabinett Jospin. Die 54-jährige Sozialistin begann ihre politische Karriere 1982 als Beraterin von Präsident Francois Mitterrand.

Erst vor sieben Wochen war Jean-Pierre Chevenement im Streit über die Korsika-Politik als Innenminister aus Jospins Kabinett geschieden. Nach dem Rücktritt seines Vertrauten Dominique Strauss-Kahn wegen Korruptionsvorwürfen vor knapp einem Jahr hatte der sozialistische Premierminister im Rahmen einer großen Kabinettsumbildung seinen innerparteilichen Rivalen Laurent Fabius im März zum Wirtschafts- und Finanzminister gemacht.



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