"Sozialpläne sind zu langwierig und zu teuer"
Kündigungsschutz im Osten erst ab 80 Beschäftigten

Der Kündigungsschutz sollte nach Ansicht von Industrie-Präsident Michael Rogowski im Osten Deutschlands erst bei einer Betriebsgröße von 80 Mitarbeitern gelten. Im Westen sollte der Schwellenwert auf 20 Beschäftigte heraufgesetzt werden, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) dem Bonner "General-Anzeiger" (Samstag).

HB/dpa BONN. "Dazu kommen als Option klare Abfindungsregelungen." Zur Begründung sagte Rogowski dem Blatt: "Der derzeitige Kündigungsschutz ab fünf Mitarbeitern verhindert Einstellungen. Sozialpläne sind zu langwierig und zu teuer."

Die Pläne von Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) seien ein Schritt in die richtige Richtung, meinte Rogowski. "Es ist mehr als ein Symbolthema. Es geht darum, wie man den Unternehmen die Einstellung von Arbeitnehmern erleichtert." Der BDI-Präsident zeigte sich auch aufgeschlossen für die Idee, dass Arbeitnehmer zwischen Kündigungsschutz und vorher fixierter Abfindung wählen können.

Rogowski betonte, sein Verband sei auch nach dem Scheitern des Bündnisses für Arbeit am vergangenen Monat grundsätzlich bereit zum Gespräch mit der rot-grünen Bundesregierung. "Wir wollen Partner der Regierung sein, ihr bei der Umsetzung ihrer Pläne helfen." Die Gewerkschaften müssten hingegen ihre gesellschaftliche Verantwortung erst noch wahrnehmen. "Der DGB hat auch Arbeitslose zu vertreten und muss sich zu einem echten Dienstleistungsunternehmen wandeln."

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