Später Handel
Dax unter Druck

Die negativen Vorgaben von der Wall Street belasten die deutschen Standard-Werte.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben am Freitagnachmittag nach Händlerangaben auf Grund negativer Vorgaben der Wall Street leichter tendiert. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Nachmittag 1,2 % schwächer bei 6872 Punkten. Anhaltende Ungewissheit über den Ausgang der US-Präsidentenwahl und eine Umbelaste die US-Börsen, was auch auf den Handel in Deutschland durchschlage, sagten Händler. Die New Yorker Aktienbörse war am Vortag mit einem Minus des Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,67 % aus dem Handel gegangen und setzte die Verluste im frühen Freitagsgeschäft fort.

Ein Händler sagte, momentan würden die Technologiewerte alle über einen Kamm geschert. Obwohl es für viele Titel keine objektiven Verkaufsgründe gebe, suchten Anleger derzeit förmlich nach Anlässen, um sich von den Titeln zu trennen. Die Technologiewerte sollten jedoch bald ihre Bodenbildung abgeschlossen haben, sagte ein anderer Börsianer. Belastend wirkt sich Händlern zufolge zudem der weiterhin ungewisse Ausgang der US-Präsidentenwahl auf den Markt aus. "Bevor ein Wahlergebnis da ist, glaube ich nicht, dass wir ein deutlich positives Terrain gehen werden", sagte ein Händler. Die Investoren in Deutschland und den USA hielten sich ohne Klarheit über den nächsten US-Präsidenten einfach zurück. Dementsprechend schwach seien auch die Umsätze am Markt.

Ein deutliches Minus von 5,8 % auf 44,25 Euro verbuchten die Titel von Infineon. Nach Ansicht von Händlern hat die Herabstufung des weltgrößten Chipherstellers Intel durch Morgan Stanley Dean Witter Infineon belastet. Das Investmenthaus hatte am Donnerstag seine Einstufung für Intel und Dell auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt. Negative Auswirkungen zeigten Händlern zufolge zudem der kürzlich bekannt gegebene verhaltene Wachstumsausblick von Infineon sowie eine Empfehlung der Commerzbank vom Vormittag, von Infineon-Aktien in die der europäischen Konkurrenten ST Microelectronics und Philips umzuschichten.

Zu den Verlierern im Dax gehörten auch SAP mit Einbußen von 5,6 % auf 211 Euro. Fundamentale Gründe für den Kursverlust gebe es nicht, sagten Händler. Die Titel litten unter dem Abwärtstrend der Technologiewerte. Schwächer präsentierten sich auch die Telekom-Aktien, was ein Börsianer auf Medienberichte zurückführte, wonach der Telekomsektor derzeit überbewertet sei. "Die Werte konsolidieren noch, da traut sich derzeit keiner rein."

Siemens konnten sich dem Sog der High-Tech-Werte ebenfalls nicht entziehen und verzeichneten Abschläge von 1,8 % auf 133,70 Euro. Am Nachmittag hatte die Gesellschaft den Vollzug der Übernahme der amerikanischen Acuson Corp durch den Siemens-Bereich Medizinische Technik bekannt gegeben.

Zugewinne verzeichneten die von Anlegern als defensiv eingeschätzten Titel wie Henkel. Die Aktien des Chemie- und Waschmittelkonzerns zeigten sich vor der Bekanntgabe der Geschäftszahlen am Montag fester. Im Handelsverlauf waren die Titel auf ein Jahreshoch von 77,95 Euro gestiegen, gaben dann jedoch wieder leicht nach und notierten am Nachmittag mit einem Plus von 2,1 % bei 77 Euro.

Der MDax für die mittleren Werte notierte 0,53 % im Minus bei 5000 Punkten.



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