Später Kaufwunsch
Ogilvy an deutscher PR-Agentur interessiert

Die internationale Werbeagentur will die Gunst der Stunde für Zukäufe in Deutschland nutzen.

DÜSSELDORF. Wenn der Markt am Boden liegt, lässt sich bekanntlich besonders gut einkaufen. Das hat sich auch die internationale Werbegruppe Ogilvy zu Herzen genommen: Der Ableger der weltweit zweitgrößten Werbeholding WPP sucht zur Zeit auf dem deutschen Markt nach einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit. "Wir wollen uns auf dieser Schiene aufstellen", so Lothar Leonhard, Chef der deutschen Werbegruppe Ogilvy & Mather.

Der Kaufwunsch kommt verhältnismäßig spät, denn die Agentur-Konkurrenten BBDO und Mc Cann-Erickson haben sich mit ECC Kohtes & Klewes sowie Weber Shandwick bereits seit den neunziger Jahren die dicksten Fische der Branche geangelt. Alle PR-Agenturen leiden in diesem Jahr allerdings unter den schrumpfenden Marketing-Etats vieler Unternehmen und hoffen kaum auf Wachstum in 2003.

Wie ein Brancheninsider einer PR-Agentur berichtet, ist Ogilvy dringend auf der Suche nach einer größeren unabhängigen PR-Agentur. Leonhard wiegelt jedoch ab: "Eine konstruktive Lösung hat bei uns Vorrang vor Eile." Bislang hat die Agentur, eine der größten Gruppen auf dem deutschen Werbemarkt, nur einige kleinere Spezialagenturen für Public Relations unter ihrem Dach. Zusätzlich kann Ogilvy & Mather über die Holding auf die in Deutschland aktive PR-Gruppe Hill & Knowlton zurückgreifen. Das reicht aber offenbar nicht aus, zumal Hill & Knowlton in diesem Jahr laut PR-Report nur einen Honorarumsatz von 8,7 Mill. Euro vermeldet. Der Marktführer ECC kommt dagegen auf 37 Mill. Euro Honorarumsatz.

"Ogilvy PR ist in Deutschland bislang nicht vertreten", so Leonhard. Die Ogilvy-Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit mit der neuen internationalen Chefin Marcia Silverman gilt in den angelsächsischen Ländern und in Asien als feste Größe - nur der weltweit drittgrößte Werbemarkt Deutschland ist für sie noch ein unbeschriebenes Blatt. Dabei würden immer mehr Kunden internationale Agenturen nach PR-Leistungen verlangen, berichtet Leonhard. So ist auch die britische Kommunikationsgruppe Chime ist in Deutschland bislang vergeblich auf Agentursuche.

Als unabhängige Agenturen kommen zur Zeit Namen wie Fischer Appelt Kommunikation und Ahrens & Behrent in Frage. Doch auf Nachfragen hin winken beide ab: Derzeit bestehe kein Interesse zum Verkauf.

Das unabhängige Agenturnetz Trimedia, das in Deutschland Kunden wie Nokia und Procter & Gamble betreut, hat in der Vergangenheit mit Ogilvy & Mather zusammengearbeitet. Zur Zeit denkt die schweizerische Agenturgruppe jedoch selber an Akquisitionen. "Das Kaufklima wird in 2003 günstiger", sagt Bodo Kirf, Chef der deutschen Büros. Trimedia möchte bis zu drei kleinere Agenturen erwerben. Der Gesundheitsbereich gilt als besonderer Wachstumsmarkt.

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