Später Sturmlauf
DFB-Auswahl schlägt Kamerun 3:0

Ein erfolgreicher Sturmlauf nach dem Seitenwechsel hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann und seinem DFB-Team den ersten Heimsieg als beschert. Bei der Premiere der neuen roten Trikots erzielten Kevin Kuranyi (71.) und zweimal Joker Miroslav Klose (78./88.) in Leipzig die späten Tore zum 3:0-Sieg über Kamerun.

HB LEIPZIG. Damit setzte die DFB-Auswahl im 750. Länderspiel ihrer Geschichte den Siegeszug unter Klinsmann fort, feierte den dritten Sieg im vierten Spiel. Vor 44 200 Zuschauern im ausverkauften Zentralstadion agierte das deutsche Team im letzten Heimspiel des Jahres zwar lange nicht so schwungvoll wie zuletzt, gewann aber trotzdem hoch verdient und wurde von den Fans mit viel Beifall verabschiedet.

Für Kameruns Trainer Wilfried Schäfer brechen hingegen wohl schwere Zeiten an. Erst wollte sein Team wegen ausstehender Prämien gar nicht antreten, dann fiel es auseinander. Die disziplinlose Vorstellung krönte Geremi, als er in der 81. Minute die Gelb-Rote Karte sah. Ob Schäfer noch lange Trainer der Kameruner bleibt, ist fraglich.

Die Nominierung einer kompletten "Bubi-Abwehr" mit Debütant Moritz Volz war Klinsmann doch zu riskant. Anstelle des 21 Jahre alten England-Legionärs vom FC Fulham beorderte der Chefcoach den zehn Jahre älteren Mittelfeldspieler Bernd Schneider auf die rechte Abwehrseite. Der Leverkusener setzte sich dort nicht nur meist erfolgreich mit Stürmerstar Samuel Eto'o vom FC Barcelona auseinander, sondern schaltete sich auch immer wieder ins Offensivspiel ein. Bereits in der 12. Minute hatte er die Führung auf dem Fuß, schoss aber nach einer Ballstafette über Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger am Tor vorbei.

So schwungvoll die deutsche Mannschaft begann, ging es allerdings nicht weiter. Zwar war die DFB-Auswahl bemüht, die von Klinsmann geforderte "Aggressivität und Leidenschaft" umzusetzen. Doch sie ging nicht ein solch hohes Tempo wie in den vergangenen Spielen. Zudem fehlte es lange an Präzision und Konsequenz im Abschluss, um die keinesfalls sicher wirkende Abwehr der Kameruner ins Wanken zu bringen.

Kaum Tormöglichkeiten in der ersten Hälfte

Auf der Gegenseite war die deutsche Defensive bis auf wenige Ausnahmen jederzeit Herr des Geschehens. Stammkeeper Oliver Kahn, der erstmals seit dem 17. April 2002 wieder ein Länderspiel auf der Ersatzbank erlebte, sah, dass sein vom Publikum mehrfach ausgepfiffener Konkurrent Jens Lehmann einen weitgehend geruhsamen Abend erlebte und die wenigen Prüfungen tadellos meisterte. So in der 22. Minute, als er gegen Eto'o parierte und damit einen Patzer von Per Mertesacker ausbügelte. Es war der einzige grobe Fehler des 20- jährigen Hannoveraner, der mit dem gleichaltrigen Robert Huth souverän in der Innenverteidigung agierte.

Die deutschen Torchancen waren in der ersten Halbzeit an einer Hand abzuzählen. Kuranyis Kopfball in der 21. Minute nach einer Schneider-Flanke strich knapp am Tor vorbei. Einem Freistoßtor von Michael Ballack in der 24. Minute verweigerte Schiedsrichter Massimo De Santis (Italien) die Anerkennung, weil er den Ball nicht freigegeben hatte. Ansonsten rieb sich der Kapitän, beim FC Bayern München derzeit im defensiven Mittelfeld, in der offensiveren Rolle in vielen Zweikämpfen.

In der zweiten Halbzeit aber steigerte sich Ballack wie auch seine Mitspieler, prompt häuften sich die Chancen. Die zunächst größte hatte Gerald Asamoah, als er in der 51. Minute Torhüter Kameni schon ausgespielt hatte, dann aber ausrutschte. Mit der Auswechslung von Asamoah gegen Klose besorgte Klinsmann die Wende. Der Bremer bereitete das 1:0 durch Kuranyi vor und machte dann mit zwei Toren alles klar. Zuletzt hatte Klose am 18. Februar im Nationalteam ins Schwarze getroffen.

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