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Spätestens in zwei Jahren soll neuer Stromversorger stehen

Der schwedische Stromversorger Vattenfall und das US-Unternehmen Mirant haben sich auf einen Stufenplan zur Bildung des neuen Nordostversorgers in Deutschland verständigt.

Reuters BERLIN. Der schwedische Stromversorger Vattenfall und das US-Unternehmen Mirant haben sich auf einen Stufenplan zur Bildung des neuen Nordostversorgers in Deutschland verständigt. Ende 2002, spätestens aber im Juni 2003, solle die "Neue Kraft" ihre volle Geschäftstätigkeit aufnehmen, teilten Vattenfall und Mirant am Mittwoch in Berlin mit. Gebildet werden soll das Unternehmen aus den ostdeutschen Unternehmen Veag und Laubag sowie der Berliner Bewag und den Hamburgischen Electricitäts-Werken (HEW). Vattenfall wird an dem dann drittgrößten Versorger in Deutschland rund 70 % halten, Mirant etwas unter 30 %, der Rest würde nach derzeitiger Lage beim HEW-Großaktionär Hansestadt Hamburg liegen.

Vattenfall und Mirant (früher: Southern Energy) hatten sich einen monatelangen Kampf um die Vorherrschaft bei der Bewag und im neuen Gesamtkonzern geliefert. Der Kompromiss sieht zunächst eine geteilte Führung bei der Bewag (je rund 45 % Anteil) vor, für den Gesamtkonzern setzte sich aber Vattenfall mit einer Mehrheit durch.

Mirant-Europa-Chef Barney Rush sagte, Ziel sei es nun, ein Unternehmen "aus einem Guss" zu schaffen. Von früheren Plänen eines lockeren Unternehmenverbundes sei man abgerückt. Bei den Einzelunternehmen des Konzern werde die gleiche prozentuale Anteilsverteilung wie im Gesamtunternehmen angestrebt, sagte Rush.

In einer ersten Phase wolle man die Organisation und Richtlinien für den Geschäftsplan festlegen, teilten die Unternehmen mit. Dies solle bis September diesen Jahres geschehen. Ein detailliertere Geschäftsplan werde bis Ende des Jahres fest stehen, hieß es. In der dritten Phase, bis spätestens Juni 2003, würden dann die Einzelunternehmen zusammengeführt und die dann drittstärkste Kraft auf dem deutschen Strommarkt werde ihre Arbeit aufnehmen. Offen ließen Vattenfall und Mirant, ob es für die übrigen Aktionäre der Bewag ein Abfindungsangebot geben werde. Für die HEW-Aktionäre hatte Vattenfall am Dienstag ein solches Angebot an die Kleinaktionäre unterbreitet. Auch die Aktien der Hansestadt Hamburg, die 25,1 % an den HEW hält, will Vattenfall zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen.

Unklar ist laut Vattenfall-Chef Lars G. Josefsson noch, was mit den bisherigen Konzernzentralen der Unternehmen geschieht. Der Hauptsitz des neuen Versorgers soll in Berlin sein. Josefsson sagte nach Gesprächen mit Gewerkschaften und Betriebsräten, es gebe keine Pläne für einen Personalabbau. Ziel sei ein Wachstum des Unternehmens.

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