Späth bekräftigt Prognose
Jenoptik verzeichnet Gewinneinbußen

Der Technologiekonzern Jenoptik hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient und umgesetzt als im gleichen Vorjahreszeitraum.

HB JENA. Die Konjunkturflaute und Probleme im USA-Geschäft drücken die Bilanz des größten ostdeutschen Technologiekonzern Jenoptik. Umsatz und Gewinn der Gruppe mit derzeit rund 7000 Beschäftigten brachen im ersten Halbjahr 2002 kräftig ein. Das geht aus den Zahlen hervor, die Vorstandschef Lothar Späth am Donnerstag in Jena vorlegte. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher und zusätzlicher Umsätze durch die Übernahme der bayerischen EADS-Tochter D.I.B. sowie Teilen der Krantz-Gruppe des insolventen Babcock Borsig Konzerns bekräftigte der scheidende Vorstandschef jedoch die Prognose für das Gesamtjahr 2002. "Wir bleiben bei unserer Einschätzung."

Danach soll sich der Konzernumsatz etwa auf dem Vorjahresniveau von zwei Mrd. Euro bewegen. Der Jahresüberschuss werde in "bescheidenem Rahmen" geringer ausfallen als der Konzerngewinn 2001 mit 69 Mill. Euro, der allerdings um Sondereinflüsse bereinigt ist. Jenoptik durchlaufe in diesem Jahr eine "Konsolidierung auf hohem Niveau", sagte Späth. In den vergangenen zwei Jahren konnte er noch Wachstumssprünge von 25 % verkünden.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag das Jenoptik-Betriebsergebnis mit 19,5 Mill. Euro nur noch bei einem Drittel des Wertes vom ersten Halbjahr 2001. Im ersten Quartel war der Gewinn vor Zinsen und Steuern sogar mit 4,3 Mill. Euro in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzernüberschuss belief sich im ersten Halbjahr auf 13,1 Mill. Euro. Im Vorjahreszeitraum betrug er beeinflusst durch den Verkauf von Anteilen an zwei Firmen noch 49,8 Mill. Euro.

Aktie reagiert kaum

Der Konzernumsatz wurde mit 564 Mill. Euro angegeben nach 833,3 Mill. im Vergleichszeitraum. Späth begründete den Erlösrückgang mit Abrechnungsterminen bei Großprojekten. Gebaut werden Fabriken unter anderem für die Halbleiterindustrie, derzeit beispielsweise in Frankfurt an der Oder. Dort gebe es jedoch Bauunterbrechungen - das Gesamtprojekt könne erst 2003 verbucht werden. Die Börse reagierte kaum auf die Zahlen, Jenoptik-Aktien kosteten rund 16,25 Euro.

Durch die beiden Übernahmen hat sich das Jenaer Unternehmen nach Angaben von Finanzvorstand Alexander von Witzleben ein Umsatzvolumen von etwa 400 Mill. Euro dazugekauft. Davon schlägt sich rund die Hälfte erstmals im zweiten Halbjahr in der Bilanz nieder. Die Zahl der Jenoptik-Beschäftigten wächst auf etwa 9000. Der Auftragseingang im ersten Halbjahr stieg um 1,2 % auf 1,11 Mrd. Euro. Der Konzern verfüge über einen Auftragsbestand von 2,25 Mrd. Euro. Späth kündigte an, dass sich Jenoptik in diesem Jahr von weiteren Anteilen an der Beteiligungsgesellschaft DEWB AG trennt, die Verluste machte. 43,5 % der Anteil gingen schon an einen Pensionsfonds.

Der 64-jährige, der dem Wahlkampfteam von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber angehört, will den Vorstandsvorsitz spätestens im Juni 2003 an von Witzleben abgeben. Bei einem Wahlerfolg von CDU/CSU ist Späth als Minister für Wirtschaft und Arbeit im Gespräch. Dann erfolgt der Führungswechsel früher.

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