Spanien
Aznar kündigt scharfes Durchgreifen gegen ETA an

Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar hat am Sonntag nach dem Mord an einem ehemaligen Gouverneur einer baskischen Provinz ein scharfes Durchgreifen gegen die baskische Untergrundorganisation ETA angekündigt. In der nordspanischen Stadt San Sebastian sagte Aznar, der Staat werde im Kampf gegen die ETA keinen Zentimeter zurückweichen. Die Regierung halte an ihrer Einstellung, Politik und Entschlossenheit fest.

Reuters MADRID. Der sozialistische Ex-Gouverneur Juan Maria Jauregui war am Samstag in einem Cafe in Tolosa aus nächster Nähe erschossen worden. Er ist das siebte Opfer einer Reihe von Attentaten, die der ETA zugeschrieben werden.

Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken werde der Staat gegen die ETA durchgreifen, kündigte Aznar an. Niemand solle daran Zweifel hegen. Aznar erwies dem im Hauptquartier der oppositionellen Sozialistischen Partei in San Sebastian aufgebahrten Jauregui gemeinsam mit Oppositionsführer Jose Luis Rodriguez Zapatero die letzte Ehre. Der vor kurzem an die Spitze der Sozialisten gewählte Zapatero sagte, im Kampf gegen die ETA sei eine intensive Zusammenarbeit zwischen Regierung und Opposition nötig.

Für Sonntagabend waren im ganzen Land Demonstrationen gegen die Gewalt der ETA geplant. Bereits am Samstag hatten zahlreiche Menschen in San Sebastian, Bilbao, Vitoria und anderen baskischen Städten gegen die Gewalt der baskischen Separatisten demonstriert. Papst Johannes Paul II. verurteilte den Gewaltakt. Er werde dafür beten, dass die Spanier in Frieden und sozialer Harmonie leben könnten, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Jauregui war in den 90er Jahren Gouverneur der baskischen Provinz Guipuzcoa, einer Hochburg der Separatisten. Die Polizei ging nach dem Attentat auf den Politiker sofort davon aus, dass der Anschlag auf das Konto der ETA geht. Die ETA bekennt sich, wenn überhaupt, erst Wochen später zu Attentaten. Auch für Jaureguis Tod hat sie bislang nicht die Verantwortung übernommen. Im Dezember hatte die ETA ihren Waffenstillstand aufgekündigt, weil die Regierung nicht zu ernsthaften Verhandlungen über eine Unabhängigkeit des Baskenlandes bereit sei. Der ETA wird vorgeworfen, in ihrem seit 32 Jahren dauernden Kampf für einen Baskenstaat im Gebiet Nordspaniens und Südwestfrankreichs rund 800 Menschen getötet zu haben.

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