Spanier entscheidet auch 50-Kilometer-Lauf für sich
Mühlegg ist der König von Soldier Hollow

Johann Mühlegg hat sich endgültig zum König von Soldier Hollow gekrönt und mit seinem Marathon-Sieg als erster Läufer in der Olympia-Geschichte drei Einzel-Goldmedaillen in der Loipe geholt.

HB/sid SOLDIER HOLLOW. Dank eines furiosen Endspurts in der Schlussphase des 50-km-Rennens verwies der Wahl-Spanier nach 2:06: 05,9 Stunden den Russen Michail Iwanow (14,9 Sekunden zurück) und den Esten Andrus Veerpalu (38,6) auf die Plätze zwei und drei.

Damit tritt Mühlegg in die Fußstapfen des großen Norwegers Björn Dählie, der vor vier Jahren in Nagano dreimal Gold (einmal mit der Staffel) und einmal Silber gewann. Der Oberhofer Andreas Schlütter wurde hervorragender Fünfter (2:48,9 Minuten zurück) und sorgte mit seiner besten Platzierung bei einem großen Wettkampf für ein erneut bemerkenswertes Ergebnis des Deutschen Skiverbandes (DSV). Bereits vor dem abschließenden 30-km-Lauf der Damen (Sonntag, 9.30 OZ/17.30 MEZ) ist die Bilanz der deutschen Langläufer mit vier Medaillen (einmal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze) die beste seit 22 Jahren. "Ich bin das Rennen meines Lebens gelaufen. Ich hatte bei dem brutal weichen Schnee in der dritten Runde Krämpfe, aber am Ende ist es doch noch gutgegangen. Ich hatte mir vorher einen Platz unter den ersten Zehn ausgerechnet, insofern bin ich hochzufrieden", sagte Schlütter.

Vor dem Start hatte es Aufregung um den gebürtigen Allgäuer Mühlegg gegeben, der angeblich sehr lange bei der Blutkontrolle zugebracht hatte und offenbar erst wenige Minuten vor dem Start die Erlaubnis zur Teilnahme erhielt. "Ich habe von solchen Gerüchten gehört", erklärte der deutsche Teamchef Detlef Braun: "Aber Mühlegg ist im Rennen, also ist das nicht mehr relevant." Weltcup-Renndirektor Bengt-Erik Bengtsson (Schweden) erklärte: "Mühlegg ist gestartet. Mehr ist nicht zu sagen." Bei schwierigen äußeren Bedingungen - Temperaturen von null bis plus sechs Grad machten den Griff zum richtigen Wachs zur Glücksache - war im Vorfeld ein Duell der beiden letzten 50-km-Weltmeister erwartet worden. Andrus Veerpalu als WM-Champion von 1999 ging gegenüber Vorjahres-Sieger Mühlegg als leichter Favorit in das Rennen, weil er als absoluter Spezialist in der Klassischen Technik gilt.

Topfavorit Mühlegg begann das Rennen ungewohnt verhalten, hielt sich aber immer in der Spitzengruppe auf. Überraschend bestimmte der Russe Michail Iwanow (WM-Dritter 2001 über die klassischen 30 km) in der ersten Halbzeit das Tempo und baute seinen Vorsprung vor Mühlegg Sekunde um Sekunde aus. Von 14,1 Sekunden bei Kilometer 13 stieg Mühleggs Rückstand bis Kilometer 25, 4 bereits auf 31,3 Sekunden an.

Veerpalu, der von Beginn an müde wirkte, lag an dieser Stelle bereits 1:18 Minuten hinter dem wie entfesselt durch die Loipe stürmenden Iwanow zurück. Glänzend hielt sich Schlütter, der nur sieben Sekunden hinter Veerpalu bei der Hälfte der Distanz auf Rang fünf fuhr. Auf den letzten zehn Kilometern brach Iwanow allerdings ein und hatte gegen Mühleggs furiosen Schlussspurt keine Chance mehr.

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