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Spanier feiern Aufstieg zur Tennis-Weltmacht

Kronprinz Felipe und seine Frau Letizia sprangen von ihren Sitzen auf und jubelten den spanischen Tennis-Cracks zu. Ganz Spanien schien sich nach dem 3:2-Sieg über die USA im Finale des Daviscups in den Armen zu liegen.

dpa MADRID. Kronprinz Felipe und seine Frau Letizia sprangen von ihren Sitzen auf und jubelten den spanischen Tennis-Cracks zu. Ganz Spanien schien sich nach dem 3:2-Sieg über die USA im Finale des Daviscups in den Armen zu liegen.

"Niemand kann uns stoppen, nicht einmal der mörderische Aufschlag eines Andy Roddick", freute sich das Sportblatt "Marca". Die Spanier feierten nicht nur den Gewinn der ominösen Salatschüssel, sondern auch den Aufstieg ihrer Tennis-Armada zur Weltmacht. Ihr Daviscup-Team erreichte in den letzten fünf Jahren drei Mal das Finale und holte zwei Mal den Titel. "Wenn das Tennis Fußball wäre, wären wir Brasilien", meinte der Ex-Star Manuel Santana.

Das Erstaunliche an der Erfolgsserie ist, dass Spanien den Cup mit verschiedenen Mannschaften gewann: 2000 triumphierten Juan Carlos Ferrero, Albert Costa, Alex Corretja und Juan Balcells; nun waren es Carlos Moyà, Rafael Nadal, Ferrero und Tommy Robredo. "Das spanische Tennis bringt mit atemberaubendem Tempo immer neue Talente hervor", stellte das Sportblatt "As" fest.

Als eigentlichen Helden feierten die Spanier aber nicht den 18-jährigen Nadal, den jüngsten Daviscup-Sieger überhaupt, sondern den zehn Jahre älteren Moyà. Für den Routinier war der Sieg eine besondere Genugtuung: "Von diesem Tag habe ich in den letzten Jahren so manche Nacht geträumt." Moyà hatte damals 2000 auf dem Höhepunkt seiner Karriere gestanden: Er hatte 1998 die French Open gewonnen und 1999 den ersten Platz der Weltrangliste erklommen. Aber im Daviscup-Finale musste er dann verletzt zuschauen.

Das Gegenstück zu Moyà bildete Ferrero, der Held von 2000. Er war damals als "König Juan Carlos" umjubelt worden. Vier Jahre später wurde er ins Doppel "verbannt" und durfte kein Einzel spielen. Ferrero trug nun nach dem neuen Titelgewinn in all den Jubelszenen eine eher süßsaure Miene.

Ungetrübte Freude herrschte dagegen auf der Ferieninsel Mallorca, in der Heimat der Tennishelden Moyà und Nadal. Für die Lokalpresse in Palma ist nicht Spanien, sondern das Mittelmeer-Eiland der eigentliche Gewinner. "Mallorca erobert den Daviscup", titeln die Lokalblätter in trauter Übereinstimmung.

Kritik gab es in Spanien allein an den Organisatoren. "Dieses Finale hätte einen würdigeren Rahmen verdient gehabt", bemängelt "As" unter Hinweis auf das Chaos beim Einlass der 27 000 Zuschauer. "Auch wäre es besser gewesen, in einer Halle zu spielen, denn im Dezember ist es auch in Sevilla kalt."

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