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Spanische Hotelketten steigen bei Tui ein - WestLB verkauft Anteil

Ein Konsortium spanischer Hotelketten unter der Führung der RIU Hotel Gruppe ist mit 17,3 Prozent bei Europas größtem Touristikkonzern Tui eingestiegen. Zuvor hatte die Düsseldorfer WestLB ihren Anteil von 31,3 Prozent vollständig an die Deutsche Bank abgegeben.

dpa-afx HANNOVER. Ein Konsortium spanischer Hotelketten unter der Führung der RIU Hotel Gruppe ist mit 17,3 Prozent bei Europas größtem Touristikkonzern Tui eingestiegen. Zuvor hatte die Düsseldorfer WestLB ihren Anteil von 31,3 Prozent vollständig an die Deutsche Bank abgegeben. RIU allein übernimmt etwa zehn Prozent des Tui-Grundkapitals. Dem Hotelriesen wird seit Monaten in der Branche nachgesagt, möglicherweise an einer vollständigen Übernahme von Tui interessiert zu sein.

Zum Konsortium gehören weiter die Gruppen Caja de Ahorros de Mediteraneo sowie Grupo de Empresas Matutes, die zusammen jetzt rund 7,3 Prozent an Tui halten. Die Anteile an das spanische Konsortium seien "zu einer Prämie zum gestrigen Aktienkurs der Tui AG weiterverkauft" worden, berichtete die größte deutsche Bank in Frankfurt. Die verbleibenden 14 Prozent an dem im Dax notierten Unternehmen will die Deutsche Bank in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren an institutionelle Investoren in Europa und den USA sofort weiterverkaufen.

Vor Börseneröffnung gab die Tui-Aktie als Reaktion auf die Nachricht nach. Lang & Schwarz stellte die Titel bei 16,42 zu 16,54 Euro nach einem Vortagesschluss von 16,75 Euro.

Anteilspreis BIS ZU Eine MRD Euro

Bei einer Marktkapitalisierung von rund drei Mrd. Euro liegt der Wert des WestLB-Anteils an der Tui bei fast einer Milliarde Euro. Über finanzielle Details wurden allerdings keine Angaben gemacht. "Die im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vorgenommene Veräußerung der Tui-Beteiligung von insgesamt rund 31,3 Prozent steht im Einklang mit der Unternehmensstrategie der WestLB, nicht-strategische Beteiligungen der Bank abzubauen", teilte die Düsseldorfer Bank mit.

"Wir haben unser Ziel, die Tui-Aktien noch in diesem Jahr zu einem angemessenen Preis in verantwortungsvolle Hände abzugeben, vollauf erreicht", sagte WestLB-Vorstandschef Thomas Fischer. "Durch die Veräußerung von Tui ist die geplante Konzentration der WestLB auf das eigentliche Bankgeschäft ein wesentliches Stück voran gekommen." Die WestLB werde ihre Mandate im Tui-Aufsichtsrat vorerst weiter ausüben.

Spekulationen

Vor einigen Monaten hatte es wegen des bevorstehenden Verkaufs des WestLB-Anteils Spekulationen über eine mögliche feindliche Übernahme von Tui gegeben. Die Gerüchte waren seinerzeit durch den Aufkauf von Tui-Aktien durch die Investmentbank Morgan Stanley angeheizt worden. Ende September hatte die Bank dann aber mitgeteilt, dass sie ihre Beteiligung von 10,1 Prozent auf 0,23 Prozent reduziert habe. Als potenzieller Käufer wurde ebenfalls RIU genannt, eine offizielle Bestätigung gab es jedoch nicht.

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