Spanische und portugiesische Fischer bangen um ihre Existenz
EU-Verhandlungen über Fischereiabkommen mit Marokko gescheitert

ap/dpa BRüSSEL. Die Verhandlungen über neues Fischerei-Abkommen zwischen der Europäischen Union und Marokko sind gescheitert. Dies teilte EU-Agrarkommissar Franz Fischler nach einem Gespräch mit dem marokkanischen Fischereiminister Said Chbaatu am Montag in Brüssel mit. Als Folge des Scheiterns müssen nun Hunderte spanische und portugiesische Fischer um ihre Existenz bangen.

Fischler sagte, auf Grund der marokkanischen Forderungen sei es der EU-Kommission nicht möglich gewesen, die Verhandlungen abzuschließen. Chbaatu habe signalisiert, von den Forderungen nicht abweichen zu wollen. Für Fangrechte in marokkanischen Gewässern verlangte die Regierung in Rabbat laut Fischler in den nächsten drei Jahren jeweils rund 90 Mill. ? (rund 180 Mill. DM). Die EU-Kommission hatte Marokko weniger als die Hälfte angeboten.

Der Vorsitzende des portugiesischen Fischereiverbandes, Pedro Franca, kritisierte das Scheitern der Verhandlungen. Die EU habe die Interessen Spaniens und Portugals nicht ausreichend vertreten, sagte er in Lissabon. Vor zwei Jahren war ein Fischereiabkommen zwischen Marokko und der EU abgelaufen. Danach mussten bereits 400 bis 500 portugiesische und spanische Fischerboote ihre Arbeit in den marokkanischen Gewässern einstellen.

Während des vier Jahre gültigen Abkommens hatte Marokko Kompensationszahlungen von insgesamt 500 Million Euro erhalten, der Großteil davon waren direkte Zahlungen sowie finanzielle Hilfen für den Aufbau der marokkanischen Fischindustrie. Fischler sagte, er werde sich nun an den EU-Ministerrat wenden, um den betroffenen Fischern Ausgleichszahlungen zu garantieren. Bislang hat die EU bereits 80 Mill. ? dafür bereitgestellt.

Den Fischern in Südeuropa müsse geholfen werden, sagte Fischler. Bereits im vergangenen Jahr habe die EU ihnen 60 Millionen Euro gezahlt, um "die negativen Folgen des Nicht-Fischen-Könnens zu lindern.

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