Spanischer Fußballverband setzt trotziges Signal
Ein makabrer Scherz

Die Bombendrohung gegen das Bernabeu-Stadion war ein Fehlalarm - doch Madrid sorgt sich um die Olympiabewerbung.

MADRID. Es stand 1:1 in einem mittelmäßigen Match, bis zum Abpfiff fehlten gerade noch vier Minuten plus drei Minuten Nachspielzeit. Da beendete am Sonntagabend eine Lautsprecherdurchsage das Ligaspiel von Real Madrid gegen den baskischen Klub Real Sociedad San Sebastian vorzeitig: "Wir bitten Sie, das Stadion ruhig und geordnet zu verlassen." Eine halbe Stunde zuvor war bei der baskischen Zeitung "Gara" ein anonymer Anruf im Namen der baskischen Separatistenorganisation ETA eingegangen: Um 21 Uhr werde im Bernabeu-Stadion eine Bombe explodieren. Wie sich später herausstellen sollte, war es nur ein Fehlalarm, der wohl Panik unter den Zuschauern verbreiten sollte.

Doch der Anrufer hatte seine Rechnung ohne die Madrider gemacht. So ruhig und diszipliniert, als sei es eine alltägliche Übung, verließen die 70 000 Zuschauer über die Ausgänge und den Rasen das Stadion - unter direkter Aufsicht des spanischen Polizeidirektors, der auf der Ehrentribüne saß. Zwölf Minuten nach der Durchsage standen nur noch ein paar Sicherheitskräfte auf dem Spielfeld, bis auf ein paar in der Eile liegen gelassene Taschen mit Brötchen und Pullovern waren die Ränge leer.

Vor dem Stadion machten die frierenden Spieler ihrem Ärger über den Abbruch des Spiels Luft - als hätte es eine reale Gefahr nie gegeben. Und auf den Madrider Straßen kündeten einzig lange Schlangen vor den Telefonzellen von der Aufregung ein paar Minuten zuvor: Um mögliche Fernzündungen zu vermeiden, hatte die Polizei alle Handys einsammeln lassen. "Die Gelassenheit der Zuschauer und Spieler war vorbildlich", lobte Reals Präsident Florentino Pérez. "Wir sind hier Terror und Bombendrohungen ja leider gewöhnt - nicht erst seit dem 11. März", erzählte ein Zuschauer. "Ich dachte, wenn es mich erwischt, dann erwischt es mich eben - egal ob ich renne oder nicht."

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