Spannung vom Montag gewichen: Wall Street: AOL und kleinere Techs stützen Futures

Spannung vom Montag gewichen
Wall Street: AOL und kleinere Techs stützen Futures

Nachdem der größte Medienkonzern der Welt offensichtlich besser da steht als auf dem Parkett befürchtet worden war, und auch andere Unternehmen am Morgen optimistisch melden, ist die Spannung von Montag vorerst aus dem Handel gewichen. Die Futures deuten am Dienstagmorgen erneut leicht ins Plus.

Nach einem vielversprechenden Jahresauftakt, der die Hoffnung der Wall Street auf ein starkes Jahr widerspiegelte, zogen sich zahlreiche Anleger mit kurzfristigen Bedenken zurück. Denn die schnellen und starken Kursgewinne der vergangenen drei Monate sind längst nicht allen Beobachtern geheuer: Die Analysten von Morgan Stanley sagen, eine weitere Rezession sei in Sicht. Historisch betrachtet bestehe das Risiko, dass die erhoffte Konjunkturerholung im zweiten Halbjahr ausbleibt und statt dessen eine weitere Rezessionsphase anbreche.

Auch der Präsident der Atlanta Fed, Jack Guynn, warnte am Abend vor Euphorie. Zwar gebe es Anzeichen auf eine Stabilisierung der Wirtschaft, doch sei es "unreif, eine solche bereits auszurufen." Guynn sagte vielmehr, die Notenbank sehe "durchaus Spielraum für weitere Zinssenkungen", wenn sich die Konjunktur nicht von selbst erhole. Das Gremium um Alan Greenspan tritt Ende Januar zusammen.

Vorerst konzentriert man sich an der Wall Street auf die Ausblicke einiger Unternehmen, die am Montag nach Handelsschluss über ihre Erwartungen sprachen. Allen voran AOL Time Warner . Das Management des Medienriesen hat wie erwartet die Prognosen für 2002 nach unten revidiert. Zwar werden die durchschnittlichen Gewinnerwartungen der Analysten von 11,6 Milliarden Dollar deutlich verfehlt, doch liegt das avisierte Ergebnis mit 10,8 bis 11,2 Milliarden Dollar über den pessimistischeren Prognosen des Marktes. Die Aktie von AOL Time Warner legt vor der Glocke 0,7 Prozent zu. Die Analystenwelt reagiert auf die Nachrichten ziemlich gelassen: Goldman Sachs beurteilt die Prognosen für "konservativ", da eine Erholung nicht eingerechnet sei, die Credit Suisse First Boston rät weiterhin zu "kaufen", und die ABN Amro stuft den Titel weiter mit "zukaufen" ein.

Auch der Chiphersteller Altera blickt trotz weiter fallender Umsätze optimistisch in die Zukunft. Gegenüber dem vorigen Quartal hat Altera in den letzten drei Monaten zehn Prozent weniger abgesetzt, was allerdings im Rahmen der Erwartungen gelegen hatte. Firmenchef John Daane sagt, die Auftragslage habe im November und Dezember wieder leicht angezogen. Analysten werten diesen Kommentar als Zeichen für ein leichtes Wachstum im kommenden Quartal. Altera legt vor Handelseröffnung 4,6 Prozent zu.

BMC Software wird die Gewinnerwartungen der Analysten im dritten Quartal übertreffen. Das Unternehmen rechnet mit einem Plus von sieben bis neun Cent pro Aktie, während der Wall Street Konsens auf nur sechs Cent gelautet hatte. BMC legt vor Handelsbeginn 6,8 Prozent zu.

Auftrieb erfährt am Morgen auch die Aktie von Tiffany . Das Management des Nobel-Juweliers hebt die Ertragsprognosen für das vierte Quartal an. Der Umsatz von Geschäften die mindestens ein Jahr geöffnet sind, werde drei Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Dank einer Ausweitung der Gewinnmargen, werde das Ergebnis aber das obere Ende der angepeilten Spanne von 49 bis 56 Cents pro Aktie erreichen. Dank des anziehenden Verbrauchervertrauens, sei im zweiten Halbjahr mit einer Verbesserung der Umsatzentwicklung zu rechnen.

Der Industrie-Multi und Dow-Wert General Electric bekommt am Morgen Unterstützung von Goldman Sachs. Die Aktie hatte am Montag vier Prozent verloren, nachdem die Credit Suisse First Boston das Papier von der "Focus One"-Liste genommen hatte. Goldman Sachs nennen das Papier am Dienstag "Beste Aktie für 2002", unter anderem da GE trotz des schwierigen Konjunkturumfelds mehrfach betont hatte, dass man weiterhin eine Ertragssteigerung im zweistelligen Prozentbereich einhalten werde.

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