Spannung vor dem Wahlabend
Wahlkampf endet nervös - Foto-Finish erwartet

Auf den letzten Metern vor der Zielgeraden ging es im Wahlkampf noch einmal heiß her. Heftiger Streit um Justizministerin Däubler-Gmelin und FDP-Vize Möllemann erhitzte die Gemüter. Derweil erwarten die Umfrageinstitute ein denkbar knappes Rennen.

HB/dpa BERLIN. Der heiße Phase des Wahlkampfs ist so gut wie zu Ende, am Sonntag um 18.00 Uhr ist das erste Ergebnis raus. Kurz vor der Ziellinie haben die Wahlkämpfer noch einmal kräftig ihre Ellenbogen eingesetzt, um die Konkurrenten aus dem Rennen zu schlagen. Der Eklat um die anti-israelischen Aussagen von FDP-Vize Jürgen Möllemann und der angebliche Bush-Hitler-Vergleich von Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) erhitzt die Gemüter.

Ob und wie sich diese Affären auf den Wahlausgang auswirken, ist unklar. In seiner letzten Umfrage vor der Wahl sieht das Institut Forsa leichte Verluste bei der SPD. Sie bleibt aber vor der Union. Die Meinungsforscher aus Allensbach am Bodensee sehen inzwischen auch die Sozialdemokraten vorn. Dennoch wird es höchstwahrscheinlich ein Foto-Finish geben - darin sind sich die Forscher einig. Alle drei Farbkombinationen sind theoretisch möglich: Schwarz-Gelb, Rot-Grün oder Rot-Gelb. Die PDS muss um den Einzug in den Bundestag bangen.

- Das Interesse der Deutschen am Kampf um das Kanzleramt ist riesengroß. Fast 90 % wollen laut einer Umfrage am Sonntag die ersten Prognosen zum Wahlausgang live miterleben. Fast drei Viertel wollen Punkt 18.00 Uhr vor dem Fernseher sitzen. 11 % schalten das Radio an, 3 % klicken sich ins Internet. Handelsblatt.com berichtet am Wahlabend ab 18 Uhr live.

- Am Wahltag sind Fotografen und Kamerateams wieder auf der Jagd nach Bildern von prominenten Politikern in ihren Wahllokalen. Den Anfang macht Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber. Er geht um 09.00 Uhr in der Grund- und Hauptschule in seinem Heimatort Wolfratshausen zur Urne. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird um 11.00 Uhr im Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover erwartet.

Wahlbriefe mussten eigentlich spätestens Freitag zur Post gebracht werden. Sonst könne die Post die Briefe möglicherweise nicht mehr rechtzeitig bis Sonntag 18.00 Uhr den Wahlämtern zustellen, warnte der Bundeswahlleiter. Die Deutsche Post hat den Nachzüglern aber noch eine Hintertür offen gelassen: der späteste Versandtermin für Wahlbriefe sei Samstag, teilte sie mit. Jedoch sollten Wähler, die erst an diesem Tag ihren Wahlbrief abschicken, unbedingt die Leerungszeiten der Briefkästen beachten.

Wahlpartys scheinen keine allzu große Anziehungskraft zu haben. Nur zwei Prozent der Bundesbürger wollen sich nach einer Umfrage am Sonntag mit anderen, etwa bei einer Partei-Wahlfeier, die ersten Prognosen anschauen. Sechs Prozent treffen sich mit Freunden, um das Ergebnis wahlweise zu begießen oder zu betrauern.

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