Spannung vor EZB-Pressekonferenz
Leichte Erholung beim Euro

Die Schwäche des Euro sei nur durch Stützungskäufe der Notenbanken aufzufangen, so die Analysten. Viele warten mit Spannung auf das Ergebnis der Pressekonferenz von EZB-Chef Wim Duisenberg in Paris.

Reuters FRANKFURT. Der Kurs des Euro und die europäischen Aktienmärkte haben sich bis zum Donnerstagmittag von ihren Vortagesverlusten wieder erholt. Der Euro stieg im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz von EZB-Chef Wim Duisenberg auf 0,8425 Cents, was Händler mit Spekulationen des Marktes über eine mögliche Intervention der Industriestaaten begründeten. Am Mittwoch war der Euro noch auf ein Allzeittief von 0,8324 Cents gefallen. An den Aktienmärkten zogen die Kurse an, nachdem die Geschäftszahlen einiger großer US-Konzerne wie Microsoft und der finnische Mobilfunkausrüster Nokia die Erwartungen von Analysten übertroffen hatten.

Auch der deutsche Aktienindex (Dax) konnte zulegen, obwohl die Quartalszahlen des Softwareherstellers SAP leicht unter den Erwartungen der Analysten gelegen hatten. Am Markt wurde zudem mit Spannung auf den für den Nachmittag angekündigten ifo-Geschäftsklima-Index gewartet.

Beim Euro zeigten sich die Märkte trotz der Erholung zurückhaltend. Nach Einschätzung einiger Analysten können nur Stützungskäufe der Notenbanken den Euro vor weiteren Kursverlusten bewahren. Allerdings zeigten sich die Experten verunsichert darüber, ob es tatsächlich zu einer gemeinsamen Intervention wie vor rund einem Monat kommen könnte. "Sie haben die Zinsen erhöhte, und es funktionierte nicht. Sie habe interveniert, und es funktionierte nicht. Die Leute wollen eine radikal andere Politik sehen", sagte Devisen-Analyst Ken Landon von der Deutschen Bank in Tokio mit Blick auf die anhaltende Schwäche des Euro.

Mit Spannung erwartet wurde die für 14.30 Uhr (MESZ) geplante Pressekonferenz von EZB-Chef Wim Duisenberg in Paris. Händlern zufolge dürfte der Markt auch dem Ifo-Geschäftsklimaindex am Nachmittag Beachtung schenken. Nach Prognosen von Volkswirten hat sich der Index für Westdeutschland im September zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Mögliche Aufschlüsse über die Einschätzung der Konjunktur in den USA und die Zinspolitik der Fed könnte nach Ansicht von Händlern Rede von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan am Nachmittag liefern.

Die europäischen Aktienmärkte machten nach der Talfahrt am Vortag wieder Boden gut. Obwohl die US-Vorgaben negativ waren und auch die Märkte in Fernost schwächer tendiert hatten, legten die europäischen Börsen zu. Der Euro-Stoxx-Index für 50 Aktien aus der Euro-Zone gewann bis zum Mittag mehr als zwei Prozent auf 4755 Punkte. Händler warnten jedoch vor verfrühter Euphorie und bezweifelten zugleich, dass es sich um eine nachhaltigen Erholung handele. Auftrieb kam vom Telekom-Ausrüster Nokia, der Branchenbefürchtungen vor einem Abflauen des Handy-Booms mit starken Quartalszahlen und einer weiterhin optimistischen Prognose trotze. Der Vorsteuergewinn sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 % gestiegen, teilte Nokia mit, worauf die Aktie um fast 16 % auf 41,40 Euro sprang. Andere Technologietitel wie Alcatel, Ericsson oder Siemens zogen mit an.

In der Nacht zum Donnerstag hatten bereits die US-Technologiefirmen Microsoft, AOL und Sun Microsystems mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Ungeachtet dessen gaben der Nikkei-Index der Tokioter Börse weitere 0,4 % auf 14 811 Punkte und der Hongkonger Hang-Seng-Index rund ein Viertel Prozent auf 14 423 Zähler nach. Der Dow-Jones-Index der New Yorker Börse hatte am Mittwoch 115 Zähler bei 9975 Punkte schwächer geschlossen, damit jedoch einen großen Teil seiner Verlaufsabschläge von 438 Zählern wieder aufgeholt.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann im Verlauf 1,3 % auf 6568 Punkte. Erholt präsentierten sich Technologieaktien. Neben Siemens stiegen Epcos um 4,3 % und Infineon um 3,7 %. Die SAP-Aktie büßte dagegen nach der Vorlagen der geringfügig unter den Erwartungen liegen Quartalszahlen 5,5 % ein. Der Softwarehersteller hatte in den Monaten Juli bis September seinen Konzernüberschuss 88 Mill. Euro nahezu verdoppelt.

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