Spannung vor Fernsehauftritt
Auf zur zweiten Runde: Kanzler und Kandidat im TV-Duell

In den Umfragen ziehen die beiden politischen Lager gleichauf, nun wollen Kanzler wie Kandidat im zweiten Rededuell wichtige Punkte machen. Handelsblatt.com verfolgt das Duell. Wer wird als Sieger hervorgehen? Diskutieren Sie mit.

HB/dpa BERLIN. Mit wachsender Spannung blickt Deutschland auf das zweite und letzte TV-Duell zwischen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) am Sonntagabend - diesmal bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF. Die Sender übertragen von 20.30 bis 23.00 Uhr. Die Diskussion zwischen Schröder und Stoiber findet von 20.30 bis 21.45 Uhr statt.

Angesichts jüngster Umfrageergebnisse, die von einem Kopf-an-Kopf- Rennen zwischen SPD und Union bei der Bundestagswahl am 22. September ausgehen, wird ein härterer Schlagabtausch als vor zwei Wochen erwartet.

Trotz unverändert starrer Ablaufregeln wollen die Moderatorinnen Sabine Christiansen (ARD) und Maybrit Illner (ZDF) dafür sorgen, dass der Auftritt der Kontrahenten 14 Tage vor der Wahl zu einem wirklichen Polit-Streitgespräch wird.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen dürften auch dieses Mal der Irak-Konflikt, die Arbeitslosigkeit und die Finanzierung der Hochwasserschäden stehen. Meinungsforschungsinstitute ermitteln wieder unmittelbar nach der Sendung, wer als Sieger aus dem Streitgespräch hervorgegangen ist.

Auch Handelsblatt.com begleitet das Duell. Noch am Sonntagabend lesen Sie bei uns Analysen und Kommentare. Außerdem können die Nutzer per Umfrage bestimmen, wer am besten abgestimmt hat.

Das erste TV-Duell bei den privaten TV-Sendern RTL und SAT.1 hatten die Umfrage-Institute letztlich "unentschieden" gewertet. Über 15 Millionen Zuschauer verfolgten den Zweikampf.

Stoiber kann nach Meinung des Vorstandsmitglieds der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, beim zweiten TV-Duell nicht mehr so sehr auf den Außenseiter-Bonus setzen. Im ersten Gespräch habe er die eher niedrigen Erwartungen vieler Zuschauer übertroffen, sagte Jung der dpa. Schröder werde Stoiber dieses Mal offensiver angehen: "Es wurde ja auch von seinen eigenen Anhängern kritisiert, dass er sich zu sehr zurückgenommen habe."

Die Auswirkungen der TV-Duelle auf das Wahlverhalten hält Jung jedoch nach wie vor für gering. "Die Frage, wer den besseren Fernsehauftritt hat und wen man als Bundeskanzler will oder gar welche Partei man wählt, werden relativ unabhängig voneinander entschieden."

Der Kanzler und sein Herausforderer haben für jede Antwort maximal 90 Sekunden Zeit. Pro Antwort sind den Moderatorinnen zwei Nachfragen gestattet. Die folgende Antwort des Kandidaten darf dann aber nicht länger als 60 Sekunden sein. Ein rotes Licht am Rednerpult signalisiert zehn Sekunden zuvor den Ablauf der Redezeit. Ein Notar überwacht die Gleichbehandlung.

Wie am 25. August begegnen sich der Kanzler und sein Herausforderer im Studio B auf dem Gelände des einstigen DDR- Fernsehens in Berlin-Adlershof. Auch die Kulisse wird den Kandidaten bekannt vorkommen. Der Sparsamkeit wegen haben sich ARD und ZDF mit den Privaten die Produktionskosten von rund 600 000 ? für die beiden Runden geteilt.

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