Spannung vor Silverstone
Ralf Schumacher soll Bruder Michael stoppen

Ralf Schumacher soll seinen Bruder Michael in Silverstone auf dem vorgezeichneten Weg zum fünften Weltmeistertitel aufhalten. Beim Großen Preis von Großbritannien kann der "Maestro" den schnellsten Titelgewinn in der Formel-1-Geschichte perfekt machen.

dpa SILVERSTONE. Ausgerechnet Ralf Schumacher soll seinen Bruder Michael auf dem vorgezeichneten Weg zum fünften Weltmeistertitel noch aufhalten und damit eine weitere Rekordfahrt des Ferrari-Stars verhindern. Immerhin schon beim Großen Preis von Großbritannien kann der "Maestro" mit seinem 60. Sieg im 170. Grand Prix einen Meilenstein auf dem Weg zum schnellsten Titelgewinn in der Formel-1-Geschichte setzen. Falls der kleine Bruder am Wochenende in Silverstone und zwei Wochen später in Magny Cours nicht mehr als sechs Punkte holen sollte, könnte "Schumi" schon am 21. Juli in Frankreich seinen fünften Titelgewinn feiern und mit dem großen Argentinier Juan Manuel Fangio gleichziehen.

Doch an das Rennen in Silverstone hat der Kerpener nicht gerade die besten Erinnerungen. 1999 hing die Rennfahrer-Karriere nach einem schweren Unfall am seidenen Faden. "Das vergisst man nie ganz", sagt der 33-Jährige. "Aber es ist nicht so, dass ich da hin fahre und irgendwie ein mulmiges Gefühl hätte." Auch deshalb gilt der «Schuminator», der sechs der bisher neun Saison-Rennen gewonnen hat, auch am Sonntag (14.00 Uhr/Premiere und RTL) auf den anspruchsvollen 60 Runden als Topfavorit. Gut 100 Kilometer nördlich von London ist eine Renndistanz von 398,356 Kilometern zu absolvieren.

"In Silverstone braucht man fast eine noch bessere Balance am Auto als am Nürburgring, um gut durch die Kurven zu kommen. Gerade auf so einer Strecke muss wirklich alles passen, damit man schnell genug ist. Aber es ist sehr attraktiv zu fahren und macht daher wirklich Spaß", erklärt der Weltmeister auf seiner Homepage (www.Michael- Schumacher.de). Der Wahl-Schweizer glaubt sich für den zweiten Sieg nach 1998 in der Heimat der traditionsreichen britischen Rennställe gut gerüstet: "Der F2002 ist einfach ein Auto, das bislang auf allen Strecken sehr konkurrenzfähig war."

Auch deshalb hat Michael Schumacher (76 Punkte) in der Fahrerwertung einen klaren Vorsprung vor den Williams-BMW-Piloten Ralf Schumacher (30) und Juan Pablo Montoya (Kolumbien/27) sowie dem Schotten David Coulthard (26) im McLaren-Mercedes. Für "Weiß-Blau" und "Silber", beide auf Michelin-Reifen unterwegs, geht es in dieser Saison wohl nur noch um den Platz des besten Verlierers.

McLaren-Mercedes könnte in dem Duell "Best-of-the Rest" etwas aufholen. Immerhin hat der britisch-deutsche Rennstall die Heimrennen in den letzten drei Jahren gewonnen. "Es ist immer schön zu sehen, wie David und das Team von den britischen Fans unterstützt werden", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Coulthard konnte auf der Insel schon zwei Mal gewinnen und dort insgesamt 31 Punkte holen. Der Vize-Weltmeister ist damit in Silverstone erfolgreicher als Michael Schumacher. Auch das zweite deutsch-britische Team blickt auf eine starke Bilanz auf dieser Strecke zurück: Acht Silverstone-Siege stehen in der Williams-Bilanz.

Gute Rollen wollen auch die Mönchengladbacher «Hinterbänkler» Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld im Arrows-Cosworth und im Sauber-Petronas spielen. "Für uns ist es ein Heimrennen, da ist jeder motiviert eine gute Leistung zu zeigen", so Frentzen, dessen Team seinen 290. Grand Prix bestreitet. Auch Heidfeld ist optimistisch: "Wir werden wieder stark sein."

Nicht gerade erheiternd fand der Wahl-Österreicher Ralf Schumacher die Kritik seines Cheftechnikers Patrick Head. Der Williams-Mann forderte den 27-Jährigen auf, künftig mehr Härte gegenüber seinem Bruder beim Überholen zu zeigen. "Natürlich ist mir klar, dass Ralf nicht absichtlich einen Crash ausgerechnet mit dem eigenen Bruder verursachen wird, aber er muss auch verstehen, dass seine Karriere nicht weiter gedeihen kann, wenn er sich nicht von dieser psychologischen Altlast aus der Jugend befreit. Wenn Michael glaubt, dass sich Ralf jedes Mal so verhalten wird, dann wird er eines Tages eine ziemlich hässliche Überraschung erleben."

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