Spannungen in Koalition
Scharon verbietet Peres Treffen mit Arafat

Angesichts diplomatischer Bemühungen um eine Wiederaufnahme der israelisch-palästinensischen Friedenskontakte ist es zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und Außenminister Schimon Peres erneut zu Spannungen gekommen.

dpa JERUSALEM. Israelische Medien berichteten am Freitag, Scharon habe Peres bei einem Gespräch am Vorabend weitere Treffen mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat untersagt.

Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb, Scharon habe Vertrauten gesagt, die Peres-Arafat-Treffen hätten "nur Schaden angerichtet". Nach jedem dieser Gespräch habe es einen "dramatischen Anstieg der Anzahl (palästinensischer) Anschläge" gegeben. Arafat verspreche sich von den Treffen mit Peres internationales Ansehen und weniger Druck aus dem Ausland, radikale Gruppen zu bekämpfen.

Peres fürchtet hingegen den Berichten zufolge, Scharon führe Israel mit seiner Verweigerungshaltung in eine "gefährliche diplomatische Sackgasse". Offenbar auf Weisung Scharons lehnte Peres ein Angebot Griechenlands ab, Arafat am Donnerstag am Rande der Sozialistischen Internationale in Athen zu treffen. Auf griechischer Seite führte dies zu großer Verstimmung.

US-Präsident George W. Bush unterstrich am Donnerstagabend seine Überzeugung, dass die Palästinenser einen eigenen Staat haben sollen. In einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Bush, dieser Staat müsse den Staat Israel und dessen Existenzrecht anerkennen und für Ruhe an den Grenzen sorgen. Er sei zu einem Treffen mit Arafat bereit, wenn er den Eindruck habe, dass dies den Prozess voranbringe.

Aus dem Büro Scharons verlautete am Freitag, man wisse nichts über einen neuen US-Friedensplan. Israelische Medien hatten am Donnerstag berichtet, die USA wollten nach Beendigung ihres militärischen Feldzugs gegen die afghanischen Taliban und Terroristenchef Osama bin Laden ein Konzept zur Beendigung des Nahost-Konflikts veröffentlichen. Es sehe unter anderem die Einrichtung eines Palästinenserstaats und die Teilung Jerusalems vor.

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