Spannungen um den Irak belasten
Ölpreis über 28 Dollar gestiegen

Der seit gut zwei Wochen währende Generalstreik in Venezuela hat am Montag den Ölpreis kräftig in die Höhe getrieben. Durch den Ausstand hat sich das Ölangebot auf dem Weltmarkt deutlich verringert. Venezuela ist der weltweit fünftgrößte Ölexporteur und beliefert vor allem auch die USA. Die Streikenden, die von der Opposition unterstützt werden, wollen Präsident Hugo Chavez zum Rücktritt bewegen, um Neuwahlen zu erreichen.

Reuters LONDON. Der Preis für die marktführende Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Januar stieg am Montag um gut einen Dollar auf 28,25 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) und damit auf den höchsten Stand seit dem 16. Oktober, als der Preis bei 28,50 Dollar gelegen hatte.

In der Hauptstadt Caracas hatten am Samstag mehr als eine halbe Million Demonstranten den Rücktritt von Chavez und Neuwahlen gefordert. Chavez' Gegner machen den Präsidenten für die Rezession in Venezuela verantwortlich und werfen ihm vor, ein kommunistisches Wirtschaftssystem nach kubanischem Vorbild einführen zu wollen. Chavez lehnte bislang einen Rücktritt ab. Am Wochenende hatte er die Armee eingesetzt, um die Kontrolle über die Ölindustrie wiederzuerlangen. Mehr als 40 Tanker können die Häfen derzeit nicht anfahren. Verhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition sind bisher gescheitert.

Durch den Streik, an dem sich viele Angestellten der staatlichen Ölindustrie und Hafenarbeitern beteiligen, wurde die Ölindustrie des Landes weitgehend lahm gelegt. Die Ausfuhr sank durch den Ausstand auf weniger als ein Drittel von im November noch 3,1 Millionen Barrel täglich. Die USA, die etwa 14 Prozent der Ölimporte aus Venezuela beziehen, müssen nach Einschätzung von Händlern womöglich bald auf ihre Lagerbestände zurückgreifen.

Die Sorgen um die Ölversorgung in den Industrieländern wird Analysten zufolge auch durch die Spannungen um Irak und den Opec-Beschluss zur Reduzierung der Ölförderung verstärkt. Der Ölpreis stieg daher binnen eines Monats um mehr als 20 Prozent.

Aus amerikanischen, britischen und Uno-Kreisen verlautete in den vergangenen Tagen, der Rüstungsbericht, den die Regierung in Bagdad vor einer Woche abgab, enthalte nicht alle biologischen und chemischen Wirkstoffe. Der Sicherheitsrat hat Irak im November ernste Konsequenzen angedroht, wenn er sich nicht an das Verbot von atomaren, biologischen und chemischen Waffen hält, das die Uno 1991 verhängte.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte sich am Donnerstag in Wien auf eine Drosselung der Öl-Überproduktion um 1,7 Millionen Barrel je Tag geeinigt. Damit will das Ölkartell die Preise stützen und zudem das durch die Quotenüberschreitungen der vergangenen Monate getrübte Vertrauen der Märkte wieder herstellen.

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