Spannungen zwischen Nachbarländern nehmen zu
Indien bestreitet Entführung eines pakistanischen Diplomaten

Indien hat am Montag pakistanische Behauptungen bestritten, wonach ein pakistanischer Diplomat in Neu Delhi entführt und misshandelt worden sei. Das indische Außenministerium teilte dem privaten Fernsehsender Star News zufolge mit, der Botschaftsangehörige sei auf frischer Tat ertappt worden, wie er Dokumente von einem indischen Komplizen erhalten habe.

dpa NEU DELHI/ISLAMABAD. Die jüngsten Spannungen zwischen beiden Nachbarländern waren durch einen Überfall auf das indische Parlament ausgelöst worden, hinter dem Indien den pakistanischen Geheimdienst vermutet.

Pakistan hatte am Sonntag protestiert, dass sein Diplomat Mohammed Scharif Khan beim Einkaufen am Samstag entführt worden sei. Nach indischer Darstellung hatte Khan auf einem Markt in Neu Delhi Dokumente von dem indischen Parlamentsangestellten Ajay Kumar erhalten. Kumar sei verhaftet, der pakistanische Diplomat seiner Botschaft überstellt und zum Verlassen Indiens binnen einer Woche aufgefordert worden.

Seit einem Anschlag auf das indische Parlament am 13. Dezember, bei dem 14 Personen ums Leben kamen, wachsen die Spannungen zwischen den beiden Nachbarn auf dem Subkontinent. Pakistan fror am Montag Gelder und Vermögenswerte der beiden extremistischen Organisationen Lashkar-e-Toiba und Umma Tamir Nau (UTN) ein, wie ein Sprecher der pakistanischen Zentralbank mitteilte. US-Präsident George W. Bush hatte zuvor beide Gruppen beschuldigt, sie seien in Terrorakte verwickelt. Die indische Regierung bezichtigte die Lashkar-e-Toiba, am Anschlag auf das indische Parlament beteiligt gewesen zu sein.

Inzwischen hat Pakistan Ämter und Märkte nahe der Waffenstillstandslinie in Kaschmir geschlossen. Grund sei verstärkter Beschuss durch indische Truppen über die Trennlinie hinweg, hieß es am Montag in Medienberichten. Am größten sei die Spannung in den Sektoren Lipa, Chakothi und Pando der 700 Kilometer langen Linie, an der sich indische und pakistanische Soldaten seit einem halben Jahrhundert gegenüberstehen, meldete die pakistanische Zeitung "Jang". Indien habe mittlere und schwere Artillerie in vorgerückte Stellungen verlegt.

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