Sparkassen für gemeinsames Angebot mit Nord-LB an Berlin
Nord-LB bietet vielleicht doch für Bankgesellschaft

Bei der Norddeutschen Landesbank (Nord-LB) zeichnete sich heute kurz vor Ablauf der Bieterfrist doch noch eine Einigung auf ein Übernahmeangebot für die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin ab. Dabei sollen auch andere Sparkassen einbezogen werden.

Reuters HANNOVER/BERLIN. Die Entscheidung falle bis zum Nachmittag, verlautete aus Kreisen der Nord-LB. Zuvor waren in einer mehrstündigen Nachtsitzung der sechs Nord-LB-Eigner trotz Annäherungen noch wichtige Details für ein Angebot offen geblieben. Unter anderem werde auch geprüft, nur die Landesbank und das Sparkassengeschäft des Berliner Bankenkonzerns zu übernehmen, nicht aber den Immobilien- und Investmentbereich. Hierfür stehe ein privater Investor als Partner bereit.

Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag (15.30 Uhr) soll die Entscheidung verkündet werden. Die vom Land Berlin gesetzte Bieterfrist läuft am heutigen Nachmittag um 17.00 Uhr aus. Die Nord-LB ist nach dem Land Berlin (81 %) mit elf Prozent zweitgrößter Eigner der Bankgesellschaft. Drei US-Investoren haben bereits ein Angebot angekündigt.

Mittelbrandenburgische Sparkasse will sich engagieren

Auch auf Seiten der Sparkassenorganisationen besteht weiter großes Interesse an einem gemeinsamen Angebot mit der Nord-LB. Der Vorstandsvorsitzende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS), Walter Schubert, sagte: "Ich gehe davon aus, dass es ein gemeinsames Angebot der Sparkassen und der Nord-LB geben wird." Auch die MBS werde sich engagieren.

Sowohl Nord-LB als auch die Sparkassen sind vor allem an der Berliner Sparkasse mit 2,5 Mill. Kunden interessiert. Zwischen der Nord-LB und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) war es zuletzt aber zu Differenzen gekommen, wie eine Lösung aussehen könnte.

Aus dem Sparkassenlager hieß es heute, eine ursprünglich geplante Beteiligung der Hamburger Sparkasse (Haspa) stehe derzeit nicht mehr zur Diskussion. Nach ursprünglichen Plänen sollte die Haspa 49 % an der Berliner Sparkasse übernehmen.

Sollte die Nord-LB allerdings einen Alleingang zum Einstieg in die Bankgesellschaft machen, werde es gewiss auch aus der Sparkassenorganisation heraus eine Lösung für die Berliner Sparkasse geben. Ziel der Sparkassenorganisationen sei es, die Berliner Sparkasse vor dem schwer kalkulierbaren Zugriff privater ausländischer Investoren zu sichern, hieß es weiter.

Bankgesellschaft schließt Kündigungen nicht aus

Die Bankgesellschaft schließt im Zuge ihrer Sanierung betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Die "Financial Times Deutschland" zitierte Bankgesellschafts-Chef Hans-Jörg Vetter mit den Worten, dass bis Ende Juli 1000 Mitarbeiter den Konzern verlassen hätten. Mit Wirkung zum Jahresende seien 1340 Aufhebungsverträge geschlossen worden, die Bank plane aber bis dahin den Abbau von 2000 Stellen.

Beim Plan, den operativen Vorjahresverlust von rund 634 Mill. ? zu halbieren, liege die Bank nach einem halbem Jahr innerhalb der Zielvorgabe. Im Sparkassenbereich allerdings habe die Bank Einbußen erlitten und drei Prozent ihrer Einlagen verloren.

Vetter wies Vorwürfe aus Kreisen der Bieter zurück, dass in den Bilanzen der Bankgesellschaft neue Risiken schlummerten. Das Berichtswesen der Bankgesellschaft habe große Fortschritte gemacht, sagte Vetter den Angaben zufolge. Er bekräftigte, dass die Bank ihr Großkundengeschäft auf null zurückfahren werde. "Hier sehen wir uns nicht in der Lage, Geld zu verdienen." Komplett zurückziehen werde sich die Bank auch aus den strukturierten Finanzierungen. Die Veräußerung der tschechischen Tochter Zivnostenska Banka stehe kurz bevor, sagte Vetter der Zeitung.

Die Bankgesellschaft verhandelt derzeit mit der italienischen Bank Unicredito als bevorzugtem Bieter. Eine Entscheidung über den Verkauf der BGB Polska kündigte Vetter für das zweite Halbjahr an.

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