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Sparkassen-Gruppe erhält erstmals Benotung für Kreditwürdigkeit

Erstmals haben die öffentlich-rechtlichen Banken in Deutschland als Ganzes eine Benotung (Rating) ihrer Kreditwürdigkeit erhalten.

dpa-afx FRANKFURT. Erstmals haben die öffentlich-rechtlichen Banken in Deutschland als Ganzes eine Benotung (Rating) ihrer Kreditwürdigkeit erhalten. Die deutschen Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen erhielten in ihrer Gesamtheit von der renommierten Rating-Agentur Moody`s die Mindestnote A1, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (Dsgv) am Montag in Frankfurt mit. Diese Note steht für "gute Zahlungsfähigkeit". Damit liegt die Gesamtheit der Institute zwar im unteren Bereich der Spitzengruppe A. Alle Institute sind aber wie vom Verband erhofft in dem begehrten A- Bereich gelandet.

Mit der gemeinsamen Bonitätsbewertung will sich die Sparkassen- Finanzgruppe nach dem Wegfall staatlicher Garantien 2005 günstige Refinanzierungsbedingungen sichern. Die EU-Kommission hatte verfügt, dass Mitte 2005 die staatlichen Garantien auslaufen müssen. Damit stellt sich für die Institute ein Finanzierungsproblem, weil die Refinanzierung bisher durch eine sehr gute Bonität gesichert war.

Dsgv-Präsident Dietrich Hoppenstedt wertete das Ergebnis als einen großen Erfolg. "Wir können uns damit im Markt, auch im Vergleich zu den Wettbewerbern, sehr gut sehen lassen", sagte Hoppenstedt. Die Einstufung trage der wirtschaftlichen Kraft und der Marktführerschaft der Sparkassen Rechnung. Moody`s betrachte die Sparkassen- Finanzgruppe als Verbund, dessen finanzielle Stärke primär auf den Sparkassen beruhe.

Der Präsident wies darauf hin, dass es sich nicht um ein durchschnittliches Verbundrating, sondern um eine Mindestnote handle - kein Institut könne darunter fallen. Die Sparkassen hätten aber die Möglichkeit, individuell ein besseres Rating einzuholen. "Eine große Zahl an Instituten wird eine bessere Note bekommen", sagte Hoppenstedt. Bislang besäßen erst drei Sparkassen eigene Benotungen. Die Landesbanken verfügen selbst alle bereits über Ratings.

"Wir teilen die Auffassung von Moody`s, dass die sich ändernden Haftungsbedingungen ab Juli 2005 praktisch keine Auswirkungen auf das Geschäftsmodell und die Stärke der Sparkassen haben werden", sagte Hoppenstedt. Er warnte vor immer neuen Konsolidierungsforderungen im deutschen Bankenmarkt. "Ein differenziertes System zwischen Großen und Kleinen trägt zur Stabilität und Risiko-Diversifizierung bei." Auch kleine Institute seien sehr erfolgreich am Markt. Der Fusions- Trend wird seiner Ansicht nach weitergehen.

Die Sparkassen-Gruppe ist mit rund 700 Instituten und einem zusammengefassten Geschäftsvolumen von mehr als 3,3 Billionen Euro der größte Finanzverbund in Deutschland und Europa. Zu ihr gehören 489 Sparkassen, elf Landesbanken und elf Landesbausparkassen.

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