Sparkassen-Immobilienfonds-Tochter verliert Kapital von Anlegern – Wertentwicklung ist gestiegen
Hohe Abflüsse bei den Despa-Fonds

Für die Despa ist ein durchwachsenes Geschäftsjahr zu Ende gegangen: Zwar hat sich die Wertentwicklung ihrer beiden offenen Immobilienfonds für private Anleger gegenüber dem extrem schwachen Vorjahr verbessert. Doch zogen Anleger massiv Kapital ab. 2001 will die Despa wieder Zuflüsse erzielen.

FRANKFURT/M. Der größte deutsche Anbieter von offenen Immobilienfonds, Despa, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Löwenanteil der Kapitalabflüsse der Branche verbucht: Insgesamt zogen Anleger in den zwölf Monaten bis Ende September 2000 5,3 Mrd. DM aus offenen Immobilienfonds ab. Die beiden Publikumsfonds der Deutsche-Sparkassen-Immobilien- Anlage GmbH-Gesellschaft (Despa), der Despa Fonds und der Despa Europa, verloren Anlagekapital von 3,1 Mrd. DM. Der Despa-Marktanteil sank um zwei Prozentpunkte auf 23 %. Willi Alda, Vorsitzender der Vorstands der Despa, sprach denn auch von einem "ungewöhnlichen" Geschäftsjahr. Gleichwohl bezeichnete er es auch als erfolgreich, weil der Wert beider Fonds nach einem schwachen Jahr 98/99 wieder stärker zugelegt habe. Die starken Mittelabflüsse erklärte Alda mit "vertriebshemmenden Maßnahmen", der schwachen Vorjahresperformance und einem Schattendasein der Immobilienanlage aufgrund der Aktieneuphorie. Mit der Kürzung von Bonifikationen für Sparkassenberater sei man über das Ziel hinausgeschossen, Überliquidität abzubauen, räumte Alda ein. Mit Briefen an die Vertriebsorganisationen allein hätte man Zu- und Abflüsse stabil halten können.

Im Wert legte der zumeist in deutsche Immobilien investierende Despa Fonds 1999/2000 um 4,6 % zu, nach 3,1 % im Vorjahr. Der auf europäische Objekte ausgerichtete Despa Europa stieg um 5,6 % im Wert nach 3,7 % im Jahr 1998/1999. Nach Ansicht Aldas wurde eine bessere Performance durch die 1999 gefallenen Anleihekurse verhindert. Vor allem im Despa Europa steckten bis zu 60 % des Fondskapitals in Bonds, da die hohen Mittelzuflüsse im Vorjahr nicht so schnell in Immobilien investiert werden konnten. Aktuell liege noch die Hälfte des Fondskapitals von 4,17 Mrd. in Anleihen; im Despa Fonds seien es knapp 30 % der 6,8 Mrd.

2001 will Alda diese Liquiditätsquoten auf 40 % bzw. 20 bis 25 % verringern. Um die geringe Liquiditätsrendite von 2,4 % bzw. 2,2 % zu erhöhen, seien die Laufzeiten der Bonds verkürzt worden. Die Immobiliengesamtrendite im Despa Fonds stieg 1999/2000 von 4,2 % auf 6 %. Die Immobiliengesamtrendite im Ausland stieg im Despa Fonds, dessen Auslandsanteil 27,4 % ausmacht, von 11,4 % auf 14,1 %; im Despa Europa sank sie leicht von 15,2 % auf 14,8 %. Die Vermietungslage bezeichnete Alda als gut: Die Leerstandsquote im Despa Fonds stieg von 1,3 % auf 1,9 %, sank im Despa Europa von 6,1 % auf 3,9 %.

Mit dem Kauf von 51 Liegenschaften in zehn Ländern mit Gesamtverkehrswert von 5,2 Mrd. DM für die Publikumsfonds und die drei Spezialfonds habe die Despa einen Grundstein für weiter steigende Fondserträge gelegt, sagte Alda. 2001 will er die Performance beider Fonds nach Kosten auf je rund 6 % steigern. Dabei helfe der Aufwärtstrend am deutschen Immobilienmarkt. Um wieder Zuflüsse zu bekommen, müssten Anleger aber noch stärker von der relativen Sicherheit einer Immobilienanlage gegenüber Aktien überzeugt werden. Ferner plant Alda einen gloabl anlegenden Publikumsfonds und zwei neue Spezialfonds.

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