Sparkassenverband beklagt Mangel an Information
Weniger Interesse an privater Altersvorsorge

Das Interesse der Deutschen an privater Altersvorsorge lässt einer aktuellen Umfrage zufolge wieder nach.

afp BERLIN. Hielten im vergangenen Jahr während der Diskussion um die sogenannte Riester-Rente bei einer Umfrage noch 86 Prozent der Befragten Vermögensbildung und Vorsorge für wichtig, sind es nun nur noch 75 Prozent, sagte das Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Holger Berndt, am Montag in Berlin. "Alarmierend" sei dabei, dass nur knapp die Hälfte der Bevölkerung durch die Rentenreform für sich persönlich auch Handlungsbedarf sieht.

Dies könne auch an einem Mangel von Informationen liegen, vermutete Berndt. Nur knapp ein Drittel der 2 000 Befragten fühle sich bislang über die Riester-Rente gut oder sehr gut informiert, gut 20 Prozent gäben an, überhaupt nicht oder schlecht informiert zu sein. 45 Prozent der Befragten hätten noch keine konkreten Maßnahmen zur Vermögensbildung und Altersvorsorge getroffen. Der DSGV-Präsident Dietrich Hoppenstedt warnte vor dem Missverständnis, mit der Riester-Rente werde die Frage des notwendigen Vermögensaufbaus gelöst, denn diese "schließt nur die Lücken, die künftig durch das Absenken des Rentenniveaus zusätzlich auftreten werden."

Hoppenstedt forderte den Gesetzgeber auf, mit seiner Steuer- und Abgabenpolitik den Bürgern stärkere Spielräume zur Vermögensbildung zu lassen. Außerdem sollte das Antragsverfahren für Zulagen im Rahmen der Riester-Rente einfacher gestaltet werden.

Im Hintertreffen sehen sich die Sparkassen derzeit bei den Abschlüssen der Tarifpartner zur betrieblichen Altersvorsorge. Hier seien die Sparkassen mit ihren einzelnen Instituten gegenüber den anderen Anbietern "nicht ausreichend zum Zuge" gekommen, sagte der DSGV-Präsident. Die Sparkassen wollen mit einer Gemeinschaftseinrichtung gegensteuern, die zu gleichen Teilen von der Investmentgesellschaft DGZ Deka Bank und den öffentlichen Versicherern getragen wird. Das neue Verbundunternehmen werde ab dem kommenden Monat zentraler Ansprechpartner der Sparkassen-Finanzgruppe für die Tarifparteien sein, sagte Hoppenstedt.

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