Sparkommissare von Volkswagen müssen schlechte Absatzzahlen ausgleichen
VW verschärft Programme zur Kostensenkung

Um das Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen, tritt der Volkswagen-Konzern massiv auf der Kostenbremse. VW hat zwar in der vergangenen Woche die Prognose für den Vorsteuergewinn für 2002 auf 4 Mrd. Euro gesenkt, jedoch auch diese Zielmarke ist angesichts der schwachen Branchenkonjunktur nur durch weitere Sparerfolge zu erreichen. Mit einer Belebung der Nachfrage rechnen die Wolfsburger auch im zweiten Halbjahr nicht. "Eine Besserung ist sehr unwahrscheinlich", hat Konzernchef Bernd Pischetsrieder bereits eingeräumt.

hof FRANKFURT/M. Bislang hat VW in diesem Jahr die Kosten besser im Griff, als von vielen Analysten erwartet. So wurden nach Berechnungen der Deutschen Bank allein im 2. Quartal bei Material und Personal mehr als eine halbe Mrd. Euro eingespart. Der Abbau von Überstunden und Arbeitszeitkonten-Regelungen hätten dem Unternehmen dabei geholfen. Lars Ziehn, Automobilanalyst beim größten deutschen Finanzinstitut, weist darauf hin, dass sich diese Effekte nicht in die Zukunft fortschreiben lassen: "Wenn dies gelingen würde, müsste das Ergebnis zum Jahresende deutlich höher als prognostiziert ausfallen." VW habe in diesem Jahr durch seine Ausgabendisziplin positiv überrascht, so dass Ziehn den Wolfsburgern ähnlich wie Sal. Oppenheim-Analyst Michael Raab auf diesem Gebiet noch einiges zutraut.

Das Branchenblatt Automobilwoche hatte berichtet, dass VW-Chef Pischetsrieder zurzeit einen "Profit Recovery Plan" aufstellen lässt, um weitere Sparpotenziale zu heben. So stünden Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten in den Werken Kassel und Hannover zur Disposition. "Zu einzelnen Sparmaßnahmen geben wir keine Kommentare ab", sagte dazu ein VW-Sprecher. "Natürlich sind wir ständig auf der Suche nach Maßnahmen, die unsere Kosten senken. Die Budgets werden monatlich überprüft und wenn nötig angepasst", so der Konzernvertreter.

VW musste in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Absatzrückgang von 8,4 % verkraften. Der Umsatz war nur um 3,2 % gesunken. Dabei fiel das Vorsteuerergebnis mit 2,3 Mrd. Euro vergleichsweise gut aus. Die Börse reagierte auf die Zahlen trotz der reduzierten Gewinnprognose mit Kursaufschlägen.

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