Sparkurs trifft auch Berater-Branche
Hypo-Vereinsbank will Verlustbringer verkaufen

Nach dem Sturz in die operative Verlustzone will die Hypo-Vereinsbank an allen Ecken und Enden Kosten sparen. Das drastische Sparprogramm sieht unter anderem den Verkauf oder die Schließung von Verlustbringern sowie eine Haushaltssperre vor.

HB/dpa MÜNCHEN. Für die Mitarbeiter der Hypo-Vereinsbank gelten ab sofort eine Reihe von neuen Regelungen. So müssen Handyrechnungen über 50 Euro von Vorgesetzen unterzeichnet werden. Neue Handys oder Computer werden vorerst nicht mehr angeschafft. Im Rahmen der Haushaltssperre müssen alle Ausgaben über 5 000 Euro vom Vorstand genehmigt werden. Bei Flügen reisen alle Mitarbeiter künftig nur noch in der "Economy"-Klasse, der Vorstand in der "Business"-Klasse. Die erste Klasse ist tabu. Auch werden Konzern-Aufsichtsratsmandate nicht mehr vergütet und das Bonus-Modell überarbeitet.

Auch die Berater-Branche wird den neuen Sparkurs zu spüren bekommen. Neue Aufträge an Managementberater werden nicht vergeben. Bei laufenden Verträgen sollen der Preis möglichst gedrückt und Kündigungsmöglichkeiten geprüft werden. Alle Töchter kommen auf den Prüfstand. Bis Ende des Jahres sollen die Verlustbringer abgestoßen werden.

"Das Ziel für den Gesamtkonzern ist, bis zum Jahresende 2002 unser Kostenziel von 7,6 Milliarden Euro deutlich zu unterschreiten und den Ertrag je Kunde deutlich zu steigern", schrieb Schmidt in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Ein Projektteam soll den Sparkurs überwachen. Damit wurde auch ein Bericht des "Münchner Merkur" (heutige Ausgabe) bestätigt.

Im zweiten Quartal war die Hypo-Vereinsbank vor allem wegen der Pleitewelle in Deutschland operativ in die roten Zahlen gerutscht. Der Betriebsverlust betrug 89 Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 330 Millionen Euro im ersten Quartal. Anders als bei den Wettbewerbern seien die Zahlen bislang "im Bereich des gerade noch Tolerablen geblieben", schrieb Schmidt. Die Hypo-Vereinsbank wolle "am Ende eine von zwei Großbanken sein, die den Umbruch meistert".

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