Sparmaßnahmen zeigen erste Erfolge
Consors trifft mit Verlust Erwartungen der Analysten

Der Nürnberger Online-Broker Consors Discount-Broker hat in den ersten neun Monaten einen Nettoverlust von 61 Millionen Euro angehäuft, damit aber die Analysten nicht überrascht.

Reuters NÜRNBERG. Im dritten Quartal hätten sich die ersten Erfolge der Sparmaßnahmen gezeigt, teilte Consors am Dienstag in Nürnberg mit. Der operative Aufwand sei rückläufig. Dennoch verbuchte Consors von Juli bis September einen Verlust von 25,2 Mill. Euro nach Steuern und Anteilen Dritter. Analysten hatten 25,3 Mill. Euro erwartet. "Auch wenn wir mit den Neun-Monatszahlen nicht zufrieden sind, so hat sich die Consors-Neuausrichtung sehr positiv gestaltet", sagte Vorstandschef Karl-Matthäus Schmidt. 2002 könne Consors wenigstens in Deutschland auch bei anhaltender Marktflaute mit Gewinn arbeiten. Die Aktie stieg um mehr als 5 %.

Im Boom des Neuen Marktes und vor der Expansion ins Ausland hatte die im Auswahlindex Nemax-50 gelistete Consors vor einem Jahr im dritten Quartal noch 4,6 Mill. Euro Gewinn verbucht. Seither hat das Unternehmen mehr als 300 Mitarbeiter entlassen, was sich aber erst im nächsten Jahr auf das Ergebnis auswirken kann. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres stieg der operative Aufwand noch um 24 % auf 228,9 Mill. Euro, während die operativen Erträge um 36 % auf 134,9 Mill. Euro sanken. Vor Steuern summierte sich der Verlust auf 103,2 (Vorjahr: plus 23,1) Mill. Euro, allein im dritten Quartal waren es 41 Mill.. Experten hatten mit einem Minus von 40 Mill. Euro gerechnet.

"Wir haben unsere Kosten komplett im Griff. Damit haben wir für 2002 die Weichen gestellt", sagte Schmidt. Im Oktober sei das Ergebnis in der AG, die das eigene Inlandsgeschäft umfasst, nahezu ausgeglichen gewesen. Um Consors ranken sich schon seit Monaten Spekulationen um einen Verkauf. Diese hatten in den jüngere Vergangenheit durch Berichte Nahrung bekommen, wonach der Consors-Großaktionär, die Hofer Schmidt Bank (64,5 %), mit hohen Wertberichtigungen zu kämpfen habe. Das Haus dementierte jedoch in der Vorwoche mögliche Probleme.

Zahl der Transaktionen rückläufig

Consors verhandele mit in- und ausländischen Interessenten über das Unternehmen, sagte eine Sprecherin, nachdem Schmidt bislang konkrete Gespräche verneint hatte.

Im dritten Quartal haben den Angaben zufolge 4 500 Kunden ein Depot bei Consors eröffnet, 2 100 weniger als in den drei Monaten davor. Seit Anfang 2001 seien 63 000 Konten hinzugekommen, davon 53 000 in Deutschland. 33 000 Kunden hätten ihre Depots wieder geschlossen. Insgesamt zählte der Online-Broker Ende September rund 556 000 Kunden, 64 000 davon im Ausland. Sie hielten sich mit Transaktionen jedoch stark zurück. Deren Zahl ging um rund 40 % auf 5,6 Mill. zurück, zwischen Juli und September waren es noch 1,4 Mill.. Auch das Depotvolumen ging um 5 Mrd. auf 6,2 Mrd. Euro zurück.

Der Provisionsüberschuss schrumpfte angesichts der schwachen Börsen von Januar bis September um 43 % auf 98,3 Mill. Euro, im dritten Quartal fiel er mit 25,4 (55,5) Mill. Euro nicht einmal halb so hoch aus wie vor Jahresfrist. Der Zinsüberschuss sank um 16 % auf 30,4 Mill. Euro. Der Marketingaufwand sei um 39 % auf 29 Mill. Euro zurück gefahren worden, teilte Consors weiter mit.

Die Consors-Aktie stieg im frühen Geschäft um bis zu 6 %, nachdem sie am Vortag noch stark abgegeben hatte. Gegen 10.05 Uhr MEZ lagen die Titel noch mit 3,3 % im Plus bei 12,49 Euro.

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