Sparplan stößt auf Ablehnung
Dem Autobauer Daewoo droht die Insolvenz

Wenn die Gewerkschaften dem Reformplan nicht zustimmen, könnte dem Autohersteller schon nächste Woche die Insolvenz drohen. Daewoo Motor würde unter Zwangsverwaltung gestellt werden.

Reuters SEOUL. Dem angeschlagenen südkoreanischen Autohersteller Daewoo Motor droht nach Angaben der Hauptgläubiger Korea Development Bank nächste Woche die Insolvenz, wenn die Gewerkschaften dem Reformplan nicht zustimmen. Der Gouverneur der Bank, Uhm Rak-yong, sagte am Samstag in Seoul: "Ohne eine Einigung mit den Gewerkschaften über den Umstrukturierungsplan wird es uns schwierig sein, die Kredite an das Unternehmen zu verlängern. Ihm droht dann die Insolvenz". Der nächste Schritt wäre, dass Daewoo Motor unter Zwangsverwaltung gestellt werde. Daewoo Motor sollte dann die zwischen dem 6. und dem 15. November 2000 fälligen Kredite in Höhe von 170 Mrd. Won (340 Mill. DM) zurückzahlen.

Daewoo hatte zuvor ein umfassendes Sparprogramm vorgeschlagen, das unter anderem den Abbau von 3500 Arbeitsplätzen - fast ein Fünftel der Belegschaft - im kommenden Jahr vorsieht. Die Gewerkschaften hatten den Plan umgehend abgelehnt. Analysten gehen davon aus, dass die ablehnende Haltung der KDB wahrscheinlich vor allem darauf zielt, die Gewerkschaften zum Einlenken zu bringen. Insgesamt seien die Gläubiger geradezu gezwungen, Daewoo Motor neue Kredite zu bewilligen, damit die Verhandlungen über einen Verkauf von Daewoo an General Motors nicht scheiterten.

Überbrückungskredite dringend vonnöten

Der Plan von Daewoo Motor sieht vor, im kommenden Jahr die Kosten um 420 Mrd. Won zu senken. Geplant sind unter anderem Kapazitätskürzungen und die Schließung unprofitabler Werke im Ausland. Nach Angaben aus Firmenkreisen erwirtschaftet Daewoo Motor derzeit pro Monat einen operativen Verlust von schätzungsweise 100 Mrd. Won. Die Auslastung der Fabriken sei auf unter 60 % gesunken, hieß es in den Kreisen. Um das operative Geschäft bis Mitte 2001 zu finanzieren, hatte Daewoo im Zusammenhang mit seinem Sparplan die Gläubiger um Überbrückungskredite im Volumen von 830 Mrd. Won gebeten.

GM

hatte gemeinsam mit seinem Kooperationspartner Fiat vor einigen Wochen eine Wirtschaftlichkeitsprüfung (Due Diligence) bei Daewoo begonnen, nachdem der US-Konzern Ford nach intensiven Prüfungen auf ein endgültiges Kaufangebot für den hochverschuldeten koreanischen Hersteller verzichtet hatte. Dem Verkauf von Daewoo Motor an einen ausländischen Interessenten wird an den Finanzmärkten eine grundsätzliche Bedeutung für die Bereitschaft Südkoreas beigemessen, Unternehmen an ausländische Investoren zu verkaufen und die unübersichtlichen Firmenkonglomerate des Landes zu entflechten.

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