Sparprogramm erfolgreicher als erwartet
SGL Carbon denkt nicht an Kapitalerhöhung

Der Graphit-Spezialist SGL Carbon AG, Wiesbaden, bereitet entgegen Spekulationen keine Kapitalerhöhung vor. "Wir planen keine derartigen Maßnahmen", erklärte Robert Koehler, der Vorstandsvorsitzende von SGL, vor Analysten im Werk in Meitingen.

jkn MEITINGEN. Gerüchte über Kapitalmaßnahmen hatten die SGL-Aktie seit Mitte Juni um gut 20 % absacken lassen.

Koehler selbst hatte die Gerüchteküche angeheizt, als er vor etwa zwei Wochen erklärt hatte, dass, sollten Zukäufe oder Kooperationen dies sinnvoll erscheinen lassen, Kapitalmaßnahmen bei vernünftigen Kursen möglich seien. "Wir müssten uns ernsthaft fragen lassen, ob wir noch ganz bei Trost sind, bei diesem Kurs so etwas zu machen", erklärte Koehler am Freitag. Nach Ansicht des SGL-Chefs ist eine solche Maßnahme auch gar nicht erforderlich. Zwar sei das Unternehmen hoch verschuldet, doch die Refinanzierung des Konzerns sei auf gutem Wege. "Die Gespräche mit den Banken laufen gut", erklärte Koehler.

Außerdem kommt SGL bei dem im vergangenen Jahr gestarteten Sparprogramm besser voran als gedacht. "Statt der geplanten 32 Millionen Euro Einsparungen werden es wohl eher 40 Millionen Euro werden", sagte Koehler. Teil des Programms ist der Abbau von rund 500 Mitarbeitern. SGL steht an einem wichtigen Scheidepunkt. Der Konzern, noch vor einigen Jahren ein kleiner Liebling der Anleger, geriet durch Kartellverfahren in den USA und Europa in eine Vertrauenskrise bei Investoren. Das Unternehmen musste als Folge der Verfahren 400 Mill. Euro bilanziell verkraften. Gleichzeitig investierte SGL 600 Mill. Euro in neue Geschäftsfelder.

Nach Angaben von Koehler haben diese Belastungen aber ein Ende. "Jetzt müssen wir mit den Investitionen Cash-flow generieren", sagte Koehler. Einen ersten Erfolg könnte das Geschäft mit Hochleistungs-Bremsscheiben aus speziellem Carbon liefern. Vor wenigen Wochen hat SGL eine Bremsscheiben-Fabrik am Standort Meitingen in Betrieb genommen. Spätestens 2006/07 sollen 100 000 bis 120 000 Scheiben das Werk verlassen und der Umsatz 80 bis 100 Mill. Euro erreichen.

Erster Abnehmer ist Porsche. Außerdem gibt es Gespräche mit den Bremssystemherstellern Conti Tevis und Brembo (Italien) über mögliche Kooperationen, um die neue Technologie breit zu vermarkten. Zur Zeit hat SGL nach eigenen Angaben bei den Carbonbremsen einen Entwicklungsvorsprung von etwa 2 bis 3 Jahren.

Quelle: Handelsblatt

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