Sparprogramm verschärft
Weiterer Stellenabbau bei Dresdner Bank

Die von der Allianz übernommene Dresdner Bank tritt noch stärker auf die Kostenbremse und baut rund 3000 weitere Stellen ab. Vorstandsvorsitzender Bernd Fahrholz bestätigte am Donnerstag in Frankfurt am Main den Abbau von 1000 bis 1200 Stellen allein bei der Investment-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW).

ddp/vwd FRANKFURT. Nach den von ihm vorgelegten Details des im Juli angekündigten Sanierungsprogramms sollen mit dem kurzfristigen Personlabbau insgesamt 700 Millionen Euro eingespart werden. Damit werden bei der Dresdner Bank nun rund 11 000 der konzernweit 51 000 Stellen wegfallen. Die Bank will damit bis 2003 rund zwei Milliarden Euro einsparen und im nächsten Jahr zur Profitabilität zurückkehren. Die jetzigen Sparmaßnahmen seien aber "das Ende der Fahnenstange", fügte Fahrholz bei der Präsentation des "Turnaround-Programmms 2003" hinzu. Allerdings könne er nicht voraussehen, wie sich die Kapitalmärkte und das konjunkturelle Umfeld in zwölf Monaten darstellten, schränkte der Banker ein.

Von den neuen Einsparungen sollen 380 Millionen Euro bei der DrKW erzielt werden, wie Fahrholz erläuterte. Ein DrKW-Verkauf sei aber derzeit keine Option, und an der Strategie für das Segment Corporates & Markets werde festgehalten. Der Chief Operating Officer von DrKW und Allianz-Vorstand Leonhard Fischer habe seine Posten abgegeben, da es im Bereich Investment Banking unterschiedliche Auffassungen mit Arbeitnehmervertretern bei der Umsetzung der geplanten Restrukturierungen in Deutschland gegeben habe, sagte Fahrholz zum Fischer-Rücktritt vom Mittwoch.

300 bis 400 Millionen Euro Restrukturierungskosten

Die Restrukturierungskosten für den zusätzlichen Stellenabbau bezifferte Fahrholz auf 300 bis 400 Millionen Euro. Nach Angaben von Allianz-Vorstand Helmut Perlet sollen diese bereits im zweiten Halbjahr 2002 buchungswirksam werden. Neben insgesamt 2000 Stellen im Segment Corporates & Markets sollen im Privat- und Geschäftskundenbereich inklusive von 300 weiteren Stellen aus dem neuen Maßnahmekatalog noch 1900 Stellen abgebaut werden. Seit Mai 2000 waren dort durch die Zusammenlegung von 300 Filialen schon 2500 Arbeitsplätze weggefallen.

Zur Begründung der zusätzlichen Sparmaßnahmen sagte Fahrholz, die seit Mai 2000 eingeleiteten Bemühungen zur Kostensenkung hätten sich als "nicht ausreichend" für die angestrebte Rückkehr in die Profitabilität erwiesen. Die Bank habe im ersten Halbjahr wegen rückläufiger operativer Erträge und hoher Risikovorsorge einen operativen Verlust von 947 Millionen Euro verbucht. Dieser negative Trend dürfte sich angesichts der weiter schwierigen Marktlage im zweiten Halbjahr fortsetzen und solle jetzt umgekehrt werden.

Im operativen Geschäft will die Bank nach eigenen Angaben im nächsten Jahr zumindest das Ertragsniveau dieses Jahres erreichen. Darüber hinaus solle 2003 der Verwaltungsaufwand von 8,7 Milliarden Euro im vorigen Jahr auf 6,5 Milliarden Euro gesenkt werden. Fahrholz kündigte zudem an, dass die Risikovorsorge halbiert werde. Einen konkreten Zeitraum dafür nannte er nicht.

Die Restrukturierungspläne und Ergebnisaussichten der Dresdner Bank drücken auf die Aktie des Mutterkonzerns Allianz. Merrill Lynch stufte den Titel am Donnerstag von "Neutral" auf "Sell" herab. Es bestehe weiterhin ein "wesentliches Abwärtsrisiko", betonten die Analysten in Frankfurt am Main. Die Erwartung, dass die Dresdner Bank 2003 den Break-even erreicht und der Umsatzrückgang gestoppt werde, erscheine optimistisch. Der Allfinanz-Titel büßte bis gegen 15.30 Uhr 3,3 Prozent auf 99,50 Euro ein.

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