Sparprogramm wirkt sich positiv aus
Henkel verzeichnet kräftigen Gewinnanstieg

Der Konsumgüterkonzern Henkel will trotz der Wirtschaftsflaute durch eine konsequente Markenstrategie und ein Sparprogramm den operativen Gewinn 2002 um mindestens zehn Prozent steigern. Zu einer möglichen Übernahme von Wella äußerte sich Konzernchef Ulrich Lehner am Freitag in Düsseldorf nicht.

Reuters DÜSSELDORF. Im dritten Quartal legte der Betriebsgewinn nach Henkel-Angaben vom Freitag um 14,7 Prozent auf 160 Millionen Euro zu. Henkel verfehlte damit geringfügig die Erwartungen der Analysten. "Henkel ist weiterhin auf Erfolgskurs", sagte Lehner. Finanzvorstand Jochen Krautter sagte, er rechne im vierten Quartal mit einer ähnlichen Entwicklung des operativen Gewinns wie im dritten Quartal. Daraus würde sich sich rein rechnerisch für das Gesamtjahr ein operativer Gewinn von 650 (602) Millionen Euro ergeben. Der Umsatz soll nach Henkel-Angaben 2002 rund 9,7 (9,4) Milliarden Euro erreichen. Damit würde die ursprüngliche Umsatzprognose vom Frühjahr von über zehn Milliarden Euro knapp verfehlt.

Die Aktionäre können Lehner zufolge mit einer Dividende auf Höhe des Vorjahres rechnen, wenn sich der Gewinn wie prognostiziert entwickelt. 2001 hatte Henkel 1,06 Euro je Stammaktie und 1,12 Euro für die Vorzüge ausgeschüttet. Die Henkel-Aktie gab bis zum Nachmittag um rund fünf Prozent auf 63,10 Euro nach. Die Quartalszahlen lägen "leicht unter den Erwartungen", sagte BW Bank-Analystin Christine Feller. Von Reuters befragte Analysten hatten für das dritte Quartal im Durchschnitt einen Anstieg beim Ebit auf 168 Millionen Euro prognostiziert.

Verstärkte Konkurrenz für Persil & Co.

Lehner räumte ein, dass das Marktumfeld vor allem in Deutschland weiterhin schwierig sei. Krautter zufolge sank der Henkel-Umsatz in Deutschland in den ersten neun Monaten um 2,5 Prozent. Grund hierfür sei vor allem die "allgemeine Kaufzurückhaltung". Zudem spüre der etwa durch Persil bekannte Konzern die Konkurrenz so genannter No-Name-Produkte von Discountern etwa bei Waschmitteln, sagte Lehner. "Wir setzen uns damit sehr intensiv auseinander." Henkel wolle aber weiter auf Marken setzen. Mit einem um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Werbeetat steuere der Konzern gegen den Trend.

Persil habe in Deutschland einen Marktanteil von rund 37 Prozent. Positiv zu Buche schlugen zudem günstige Rohstoffpreise, durch die der Preisdruck abgefedert werden konnte. Dadurch seien die Bruttomargen gestiegen. Außerdem verdoppelte sich im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr das Ergebnis des Bereichs Technologies, der knapp ein Drittel des Konzernumsatz erwirtschaftet.

Restrukturierung erfolgreich

Zudem greift nach Angaben des Konzerns das von der Henkel-Führung verordnete Restrukturierungsprogramm. In den ersten neun Monaten konnten dadurch 42,6 Millionen Euro eingespart werden. Binnen zwei Jahren wolle Henkel 130 Millionen Euro einsparen. "Das wird eintreten", zeigte sich Krautter zuversichtlich. Bis 2005 solle der Umsatz jährlich um vier Prozent und die Ebit-Marge um zehn Prozent zulegen. Er korrigierte damit vor Beginn der Restrukturierung geäußerte Ziele leicht nach unten. Lehner sagte mit Blick auf das kommende Jahr, er erwarte, dass es in einem schwierigen Umfeld weiter aufwärts gehen werde.

Kein Kommentar zu Wella

Analysten hatten von Lehner Aussagen zu Henkels Plänen in Bezug auf den kleineren Konkurrenten Wella erwartet. Henkel verfügt über eine mit sieben Milliarden Euro gefüllte Kasse für Zukäufe. Lehner lehnte aber jeden Kommentar zu Wella ab. Zur Henkel-Strategie sagte er: "Wir wollen alle unsere Geschäftsbereiche stärken. Innerhalb der Kosmetik ist die Haarpflegesparte der interessanteste Bereich. Wir wollen diesen Bereich durch organisches Wachstum oder Akquisitionen voranbringen."

Reuters hatte im vergangenen Monat aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen erfahren, Henkel wolle bis zu 5,3 Milliarden Euro für Wella zahlen und habe pro Stammaktie ein Gebot von 70 bis 80 Euro vorgelegt. Eine Wella-Sprecherin sagte am Freitag: "Ich kann die Strategie von Herrn Lehner nicht kommentieren. Unsere Strategie ist auf eigenständiges Wachstum ausgerichtet, was sowohl weiteres organisches als auch externes Wachstum einschließt." Vor einigen Wochen hatte Wella indes angedeutet, das Angebot von Henkel sei zu niedrig.

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