Sparprogramme und Stellenabbau
Druckmaschinenbranche ächzt

Der weltgrößte Hersteller von Druckmaschinen, Heidelberger Druck, schreibt rote Zahlen und ist damit nicht allein: Die gesamte Branche ächzt unter der Flaute im Werbe- und Anzeigenmarkt.

HB/dpa HEIDELBERG. Nicht nur der Weltmarktführer aus Heidelberg versucht mit drastischen Sparprogrammen wieder Land zu sehen. MAN Roland (Offenbach) und Koenig & Bauer (KBA) aus Würzburg, die Nummer zwei und drei der Druckmaschinenbranche, haben einen ähnlich harten Kurs eingeschlagen.

200 Millionen Euro wollen die Heidelberger mit dem Sparkonzept vom Geschäftsjahr 2003/04 (31. März) an jährlich einsparen. Erste Schritte gab es bereits im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres: Mit 126 Millionen Euro wurde das Ergebnis nach Steuern nach Angaben von Dienstag belastet. Dabei schlugen vor allem hohe Kosten für den Stellenabbau zu Buche. Im Oktober hatte das Unternehmen angekündigt, weltweit 2200 Arbeitsplätze zu streichen, davon 1800 in Deutschland. Das Ergebnis brach um fast 200 Prozent von 84 Millionen auf minus 82 Millionen Euro ein. Der Umsatz sackte um 18,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Auch wenn die Aussichten für das Gesamtjahr ähnlich düster klingen, setzt Finanzchef Herbert Meyer voll auf die bereits im Oktober vergangenen Jahres beschlossenen Sparmaßnahmen. Im Geschäftsjahr 2003/04 sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden, verkündete Meyer bei der Bekanntgabe der Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres. Bis dahin liegt aber noch eine längere Durststrecke vor den Heidelbergern: 2002/03 wird nach ersten Prognosen mit einem Umsatzrückgang auf bis zu 4,1 Milliarden Euro (2001/02: 5,0 Mrd Euro) sowie einem Verlust zwischen 50 und 70 Millionen Euro (2001/02: plus 201 Mio Euro) ausgegangen.

Die Prognose von Vorstandschef Bernhard Schreier für die gesamte Branche scheint sich zu bewahrheiten: "Wir werden alle im nächsten Jahr zu kämpfen haben, unser hohes Niveau aus der Vergangenheit zu erreichen", hatte der Vorstandschef zum Jahreswechsel erklärt.

Der angeschlagene Druckmaschinenbauer MAN Roland schnürte Ende des Jahres ein ähnlich beachtliches Krisenpaket: Entlassungen, Kurzarbeit und finanzielle Zugeständnisse der knapp 4000 Beschäftigten sollen jährlich zwölf Millionen Euro einsparen, sieht der Plan der Geschäftsführung vor. Die Tochter des Münchner MAN-Konzerns musste im dritten Quartal einen Verlust von 10 Millionen Euro hinnehmen. Der Auftragseingang von MAN Roland schrumpfte in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 27 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Aussichten: Der Konzern will im laufenden Jahr vor allem durch Kosteneinsparungen wieder in die Gewinnzone.

Der weltweit drittgrößte Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) büßte in den ersten neun Monaten 2002 ebenfalls kräftig an Gewinn ein. Das Ergebnis vor Steuern sank von 55,4 auf 35,6 Millionen Euro. Der Umsatz legte dagegen leicht um 1,3 Prozent auf 993,8 Millionen Euro zu. Zu dem Anstieg hatte vor allem die Abwicklung von früheren Großaufträgen in der Sparte Rollendruckmaschinen beigetragen. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 99 auf 7475. Für 2003 rechnet der zu 80 Prozent vom Export abhängige Druckmaschinenhersteller mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich.

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