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Spatenstich für neue Marktoffensive

Das neue BMW-Werk in Leipzig schafft nach Ansicht von BMW-Vorstandsvorsitzendem Joachim Milberg die Kapazitäten für die Produkt- und Marktoffensive des Konzerns der nächsten Jahre.

dpa LEIPZIG. "Wir erweitern unser weltweites Produktionsnetzwerk", sagte der scheidende BMW-Chef kurz vor dem ersten Spatenstich für das neue Werk am Dienstag in Leipzig. Bis 2005 investiert der bayerische Automobilkonzern 1,3 Mrd. ? an seinem sächsischen Standort. "Und mit jeder Produktentscheidung werden weitere Investitionen folgen", sagte Milberg.

Seit der Entscheidung für Leipzig sind nach eigenen Angaben rund 40 000 Bewerbungen für eine Arbeitsstelle bei BMW eingegangen. Fast die Hälfte stamme aus dem Raum Leipzig/Halle "und auch von Menschen, die wieder in ihre alte Heimat zurückkehren wollen".

BMW hatte sich im Sommer 2001 für Leipzig entschieden, das sich damit gegen 250 Mitbewerber in Europa durchgesetzt hatte. "Zu den weiteren Vorteilen, welche die Region Leipzig/Halle bietet, zählt die Nähe zu den bayerischen Automobilwerken der BMW Group", sagte Milberg. Damit in engem Zusammenhang stehe die Einbindung der Zulieferbetriebe. Der Konzern könne für das Werk auf bewährte Zulieferstrukturen im süd- und mitteldeutschen Raum zurückgreifen.

Im neuen Leipziger BMW-Werk sollen 5500 Arbeitsplätze entstehen. "Wir können erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass etwa noch einmal so viele Arbeitsplätze bei Unternehmen im Dienstleistungs- und Zuliefererbereich entstehen werden", sagte Milberg.

Die Automobilindustrie in den neuen Ländern

Mit dem Spatenstich in Leipzig hat die Automobilindustrie einen weiteren Meilenstein als Konjunkturstütze und wichtiger Arbeitgeber in den neuen Bundesländern gesetzt. Allein in den bestehenden Autofabriken mit einem Umsatz von knapp zehn Mrd. ? im Jahr 2001 (2000: 7,7 Mrd Euro) sind laut Verband der Automobilindustrie rund 35 500 Menschen beschäftigt. Im Jahr davor waren es 30 000. In der gesamten Automobilbranche einschließlich Vertrieb hatten in 2001 mehr als 100 000 Menschen Arbeit. Vor allem Sachsen und Thüringen haben sich als Standorte für den Fahrzeugbau profiliert.

Die Standorte in den neuen Ländern

- Mehr als eine Milliarde Euro investierte Opel seit Anfang der 90er Jahre in seine Montagefabrik in Eisenach, in der die Modelle "Corsa" und "Astra" gebaut werden. Mit 2000 Beschäftigten ist die Opel Eisenach GmbH größter Industrie-Arbeitgeber in Thüringen.

- Die VW Sachsen GmbH in Mosel/Zwickau und Chemnitz ist mit knapp 1,8 Mrd. ? und 6700 Beschäftigten größter privater Investor in Sachsen. Knapp 187 Mill. ? investierte VW außerdem in seine im Dezember 2001 eröffnete "Gläserne Manufaktur" in Dresden, in der bei voller Auslastung 800 Mitarbeiter den Luxuswagen "Phaeton" bauen sollen.

- Im brandenburgischen Ludwigfelde produziert Daimler-Chrysler seit 1991 Nutzfahrzeuge. Für die Fertigung des neuen Compact-Vans "Vaneo" wurden die Produktionsanlagen erweitert.

- Porsche errichtet in Leipzig für 128 Mill. ? ein Werk für seinen Geländewagen "Cayenne", der 2002 auf den Markt kommen soll. Der Sportwagenhersteller will mehr als 300 Arbeitsplätze schaffen.

- BMW wählte im Sommer 2001 Leipzig als Standort für ein neues Werk, in dem die 3er Reihe vom Band rollen soll. Der Münchner Konzern investiert rund eine Milliarde Euro. Im Werk und bei Zulieferern sollen bis zu 10 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Zulieferer versprechen sich Impulse durch zusätzliche Aufträge.

- Daimler-Chrysler baut mit seinem japanischen Partner Mitsubishi ein Motorenwerk im thüringischen Kölleda (Kreis Sömmerda). Dort sollen ab 2004 die Antriebe für Kleinwagen der Konzerne gefertigt werden. Investiert werden 244 Mill. ?, 1000 Arbeitsplätze sollen im Werk und in der Region entstehen.

- Der Motorblockhersteller Halberg Guss GmbH (Saarbrücken) baut seinen Standort in Leipzig weiter aus. Bis Ende 2004 will das Unternehmen 25 Mill. ? in eine weitere Halle investieren und 200 neue zu den bereits bestehenden 400 Arbeitsplätzen schaffen.

- Der italienische Autozulieferer Magnetto will noch im Mai 2002 mit dem Bau eines neuen Werkes im sächsischen Treuen beginnen. 200 neue Arbeitsplätze entstehen in der Zulieferfabrik. 48 Mill. ? werden in das Werk investiert, das im Sommer 2003 mit der Produktion von Türen und Klappen für BMW beginnen will.

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