SPD erneut stärkste Kraft in Schwerin
Rot-Rot in Schwerin trotz PDS-Verlusten bestätigt

Ungeachtet schwerer Verluste des Koalitionspartners PDS ist die rot-rote Koalition in Mecklenburg-Vorpommern bei der Landtagswahl am Sonntag bestätigt worden. Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) äußerte den Willen zur Fortsetzung des Bündnisses mit den Sozialisten.

Reuters SCHWERIN. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kann die SPD mit 40,1 beziehungsweise 38,9 (1998: 34,3) Prozent der Stimmen rechnen. Für die oppositionelle CDU wurden 31,7 (ARD) beziehungsweise 33,1 (ZDF) Prozent nach 30,2 Prozent vor vier Jahren hochgerechnet. Die PDS kann mit 16,6 (ARD) beziehungsweise 16,1 (ZDF) Prozent nach 24,4 Prozent rechnen. Unklar war, ob die FDP erstmals seit 1994 wieder über die Fünf-Prozent-Hürde springen würde. Die ARD sah die Liberalen bei 4,9 Prozent, das ZDF bei 5 Prozent.

Ringstorff sagte im ZDF, die SPD habe ihre beiden Wahlziele erreicht. Sie habe deutlich zugelegt, und die Koalition mit der PDS könne fortgesetzt werden. "Ich war immer überzeugt, dass wir unser Ziel erreichten können, obwohl das wirtschaftliche Umfeld nicht günstig ist für diejenigen, die in der Regierung sind." Er sei überzeugt, dass nach Sondierungen Koalitionsverhandlungen mit der PDS geführt werden könnten. Gespräche mit der CDU seien nicht nötig. In der von ihm geführten Koalition habe die PDS immer "Luft zum Atmen" gehabt. Das werde auch weiter so bleiben.

PDS enttäuscht über Verluste

PDS-Spitzenkandidatin Angelika Gramkow äußerte sich enttäuscht über die schweren Verluste ihrer Partei. "Wir haben es anscheinend nicht verstanden, die Duftmarke PDS bei den Wählerinnen und Wählern zum Tragen zu bringen", sagte sie im ZDF.

CDU-Spitzenkandidat Eckhardt Rehberg räumte ein, das Wahlziel verfehlt zu haben, stärkste Kraft im Landtag zu werden. Bis vor vier Wochen habe die CDU in den Umfragen in Führung gelegen. Dann habe das Hochwasser und "das Schüren von Kriegsängsten" im Zusammenhang mit der Irak-Krise den Trend umgekehrt, sagte Rehberg im NDR-Fernsehen. Nach den Hochrechnungen kann die SPD bei einem Vier-Parteien-Landtag mit 30 (ARD und ZDF) Mandaten rechnen. Bislang stellt sie 27 Abgeordnete. Auf die CDU würden 24 (ARD) beziehungsweise 25 (ZDF) Sitze entfallen, auf die PDS 13 (ARD) beziehungsweise 12 (ZDF). Bislang ist die CDU mit 24 Parlamentariern, die PDS mit 20 im Landtag vertreten. Die FDP könnte bei einem Wiedereinzug in Parlament mit vier Mandaten rechnen.

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