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SPD fordert schärfere Haftung von Pharmafirmen - Deutsche Merck betroffen

Als Konsequenz aus dem Rückzug des Schmerz- und Rheumamittel Vioxx hat der gesundheitspolitische Sprecher der SPD- Bundestagsfraktion, Klaus Kirschner, eine schärfere Haftung der Pharmafirmen gefordert.

dpa-afx BERLIN. Als Konsequenz aus dem Rückzug des Schmerz- und Rheumamittel Vioxx hat der gesundheitspolitische Sprecher der SPD - Bundestagsfraktion, Klaus Kirschner, eine schärfere Haftung der Pharmafirmen gefordert. "Die Hersteller von Arzneimitteln sollen in einen Pharmapool einzahlen, der die Opfer finanziell entschädigt", sagte Kirschner dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Eine solche Lösung wäre besser als die geltende Versicherungslösung. "Wenn klar ist, dass ein Patient durch ein Medikament geschädigt wurde, kann er von einem solchen Pool leichter und unbürokratischer entschädigt werden", meinte der SPD-Politiker.

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. hatte das Medikament Ende September weltweit vom Markt genommen, weil klinische Studien gefährliche Nebenwirkungen für Herz und Kreislauf bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall gezeigt hatten.

Die Deutschland-Tochter von Merck in Haar bei München, die unter der Marke MSD Sharp & Dohme firmiert, sei vom Vioxx-Ausfall stärker betroffen als die US-Muttergesellschaft, sagte Deutschland-Chef Stefan Oschmann der "Welt am Sonntag". Rund 20 Prozent seines Umsatzes von rund 600 Mill. Euro machte MSD bislang mit Vioxx.

Trotzdem sollten keine Mitarbeiter entlassen werden. "Wir haben von der Konzernlenkung in den USA die klare Botschaft bekommen, die Vioxx-Kapazitäten voll auf unsere anderen Produkte umzulenken", sagte Oschmann. Ob das Unternehmen in Deutschland in diesem Jahr mit Gewinn arbeite, sei noch nicht klar. Auch über die Höhe der Rücknahmekosten für Vioxx hat MSD noch keine Übersicht. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 1 400 Menschen.

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