Archiv
SPD holte in Umfragen auf - FDP muss zittern

Vor dem Hintergrund der von den Terroranschlägen auf die USA veränderten Weltlage wählen 1,25 Millionen Hamburger am Sonntag ein neues Landesparlament. In den letzten Umfragen konnte die Regierungskoaltion deutlich Boden gut machen.

ap HAMBURG. Der Wahlkampf stand bis zu den Attacken am 11. September ganz im Zeichen der inneren Sicherheit, wo CDU, FDP und die neue Partei des umstrittenen Amtsrichters Ronald Schill der rot-grünen Landesregierung Versagen vorwarfen. Nach einer fünftägigen Unterbrechung wurde der Wahlkampf in der letzten Woche deutlich verhaltener fortgesetzt.

In der letzten Umfrage vor der Wahl lag die SPD bei 36 % (Ergebnis 1997: 36,2), die CDU bei 28 % (30,7), die Grünen bei elf (13,9), Schill bei 14 (1997 nicht angetreten) und die FDP bei fünf Prozent (3,5). Damit ergäbe sich rechnerisch ein Patt zwischen den derzeitigen Regierungsparteien und der Opposition. In Hamburg ist die SPD allein oder in Koalitionen seit 44 Jahren an der Macht. Ihr Spitzenkandidat ist Bürgermeister Ortwin Runde, der vor vier Jahren das Amt von Henning Voscherau übernommen hatte. Für die CDU tritt zum zweiten Mal Rechtsanwalt Ole von Beust als Herausforderer an. Die Grün-Alternative Liste (GAL) wird von der Wissenschaftssenatorin Krista Sager in die Wahl geführt, die FDP hat den pensionierten Konteradmiral Rudolf Lange zum Spitzenkandidaten erhoben.

Unerwartet war der große Rückhalt der Partei von Amtsrichter Ronald Schill, die mit einem rein auf Verbrechenbekämpfung zugeschnittenen Wahlkampf großen Erfolg hat. Die SPD reagierte erst spät und ersetzte den als farblos geltenden Innensenator Hartmuth Wrocklage durch den tatkräftiger erscheinenden Olaf Scholz, der vorher Bundestagsabgeordneter der Partei war. Falls CDU, FDP und Schill zusammen eine Mehrheit bekämen, würden die drei Parteien möglicherweise eine Koalition bilden. Alle drei haben einander schon Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Neben den 121 Abgeordneten für die Bürgerschaft, wie das Landesparlament in Hamburg heißt, wählen die Bürger auch sieben Bezirksversammlungen neu. Das sind die Kommunalparlamente der Hamburger Stadtteile.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%