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SPD: Klaus Wowereit ist ein Berliner

"Unser Wahlziel heißt rot-grün", lautet die kämpferische Devise des regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD). Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus schließt der Spitzenkandidat der SPD eine erneute Koalition mit der CDU aus.

BERLIN. Volksnah klingt Wowereits Werbung im Internet: "Ich bin ein echtes Berliner Kind". Eines läßt sich mit Sicherheit feststellen: Bei den Hauptstädtern ist er "echt" beliebt, denn auf der Sympathieskala für die Berliner Spitzenkandidaten steht der 48-Jährige ganz oben.

Wowereit interessierte sich schon früh für Politik. Mit 18 trat er der SPD bei. Nach dem Abitur 1973 studierte er Jura und wollte eigentlich Richter werden. 1981 arbeitete er jedoch als Regierungsrat beim Senator für Inneres, bis er 1984 Berzirksstadtrat in seinem Heimatbezirk Tempelhof wurde. Damit war Wowereit mit 31 Jahren der jüngste Stadtrat in Berlin, eine Tätigkeit, die den Beginn seiner politischen Karriere einläuten sollte.

Erst 1995 ins Abgeordnetenhaus gewählt, konnte Wowereit bereits 1999 den Posten des Fraktionschefs seiner Partei übernehmen. Seit dem 16. Juni 2001 ist Wowereit nun Regierender Bürgermeister. Er löste Eberhard Diepgen (CDU) ab, der jahrelang die Stadt regiert hat. Wowereits rot-grüner Übergangssenat wird von der PDS toleriert.

Wowereit gilt als Hoffnungsträger der SPD, die bei den vergangen Wahlen nur dürftige Ergebnisse eingefahren hatte. Bereits in der Großen Koalition setzte sich der Golfspieler und kunstinteressierte Politiker für eine Haushaltskonsolidierung ein. Sein Ziel ist, bis 2009 die Nettokreditaufnahme der Hauptstadt auf Null zurückzuführen, sagt er. Zudem will der den Verwaltungsapparat verschlanken, notfalls auch mit betriebsbedingten Kündigungen.

Bei dem Wahlergebnis rechne er mit einer "3" vorne, betonte Wowereit gegenüber Handelsblatt.com. "Wir streben keine Koalition mit der PDS an, wir können sie aber auch nicht ausschließen," räumte er ein.

Auf Bundesebene bis dato weniger bekannt, erregte der SPD-Mann in den Medien erstmals im Juni Aufsehen mit seinem Bekenntnis zur Homosexualität. "Ich bin schwul, und das ist auch gut so", entwickelte sich auch fernab der Hauptstadt zu einem geflügelten Wort.

Angela Becher

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