SPD-Parteimanager greift Stoiber an
Amoklauf führt zum Wahlkampfeklat

Einen Tag nach dem Amoklauf in einer Erfurter Schule ist es am Samstag zu einem politischen Eklat im Wahlkampf gekommen. Bei einer Diskussion der Wahlkampfmanager von SPD und CDU/CSU in Hamburg warf SPD-Bundesgeschäftsführer Michael Machnig dem Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber "Charakterschwäche" vor, weil er trotz des Amoklaufs von Erfurt ein Interview mit scharfen Angriffen auf Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht zurückgezogen habe.

WiWo/ap HAMBURG. Vor einem geplanten Streitgespräch mit Stoibers Medienberater Michael Spreng bei einem Journalisten-Kongress in der Hansestadt bezog der SPD-Wahlkampfmanager seine Attacke auf ein Interview in der Samstagausgabe der "Bild"-Zeitung. Angesichts des Amoklaufs am Freitag in Erfurt hätte Stoiber das Interview zurückziehen und die CSU ihren Parteitag in München absagen müssen, sagte Machnig. Demonstrativ verließ der SPD-Bundesgeschäftsführer daraufhin die Veranstaltung.

Spreng nannte Machnigs Auftreten eine "geplante Inszenierung" und kritisierte den SPD-Wahlkampfleiter. "Er hat sich moralisch disqualifiziert, weiter der Wahlkampfleiter der SPD zu sein", sagte Stoibers Wahlkampfmanager. Machnig verhöhne die Opfer von Erfurt, diese Wahlkampfstrategie bewege sich auf unterstem Niveau. Natürlich sei Stoiber von den Vorfällen in Erfurt erschüttert, sagte Spreng. Der CSU-Listenparteitag in München habe aber nach den Vorfällen in Erfurt aber nicht mehr abgesagt werden können.

Im Gespräch mit der Berliner "Tagesspiegel" bekräftigte Machnig, nach einem Tag wie dem in Erfurt müssten die Parteien zusammenrücken, "da führt man keinen Wahlkampf". Hätte Spreng erklärt, dass der Abdruck des Stoiber-Interviews in der Tagesaktualität durchgerutscht sei, wäre er nicht gegangen.

In dem "Bild"-Interview hatte sich Stoiber vor allem zum Thema Arbeitsmarkt geäußert und Schröder als "Show-Kanzler" bezeichnet. Die SPD hatte auf Grund der Ereignisse in Erfurt am Samstag eine geplante Wahlkampfkonferenz mit Schröder in Duisburg abgesagt.

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