SPD und FDP fordern weiterhin Bundesligabilder in Tagesschau
Politische Rückendeckung für ARD im Fußballrechtestreit

Die ARD erhält in ihrem Streit mit der Kirch Gruppe um das Recht auf Bundesliga-Kurzberichte in der "Tagesschau" wachsende Rückendeckung von den Bundestagsparteien.

afp BERLIN. Der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Eckhardt Barthels, nannte die Haltung der Kirch-Sportrechteagentur ISPR "entsetzlich". Wegen der großen gesellschaftlichen Bedeutung des Fußballs müsse das Münchner Unternehmen der ARD weiterhin erlauben, in kurzen Bildberichten in der 20.00-Uhr-Ausgabe der Tagesschau über wichtige Bundesligaspiele berichten zu dürfen, sagte Barthels. Er zeigte sich "froh, dass die ARD nicht den Schwanz einzieht" und dass sie nun vor Gericht ihre Forderungen einklage.

FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt forderte die Streitparteien zu einem Moratorium auf. Bis zu einer gerichtlichen Klärung solle es bei der bisherigen Regelung bleiben. Das hieße, dass die "Tagesschau" zum Auftakt der neuen Bundesligasaison am Samstag zunächst wie bisher kurz mit Bildern über die drei wichtigsten Bundesligaspiele des Spieltages berichten darf. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jürgen Koppelin, forderte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und die Innenminister der Länder zum Einschreiten auf, sollte die ARD ab Samstag von der Berichterstattung "ausgesperrt" werden. Den Vereinen solle dann der Einsatz von Ordnungskräften in Rechnung gestellt werden.

Am Mittwoch hatte die ARD beim Landgericht München einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen ISPR eingereicht, um die Kurzberichte von drei Bundesligaspielen juristisch durchzuseten. Die ARD beruft sich unter anderem auf das so genannte Grundversorgungs-Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVG) aus dem Jahr 1998. Demnach haben die öffentlich-rechtlichen Sender das Recht zur Kurzberichterstattung auch bei Profisport-Ereignissen. Das Kirch-Unternehmen ISPR besteht hingegen darauf, dass die ersten Bilder von Bundesligaspielen in der SAT.1-Sendung "ran" ausgestrahlt werden. Durch die Verschiebung auf 20.15 Uhr läuft "ran" allerdings erst nach der "Tagesschau", so dass dort die ersten Bilder im frei zugänglichen Fernsehen zu sehen wären.

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