Speedsurfer sind keine Leichtgewichte: Ab in die Rinne

Speedsurfer sind keine Leichtgewichte
Ab in die Rinne

Speedsurfer dürfen nichts dem Zufall überlassen. Erfahrung ist gefragt, kein Draufgängertum.

Wolfgang Lewang geht aufs Wasser, wenn andere Surfer aufgeben. "Erst ab Windstärke 6 ziehe ich das Segel auf", sagt er. Lewang liebt diese wilden Orkantiefs, wenn es am holländischen Ijsselmeer so richtig kalt ist und sich die Anwohner in ihren Häusern verstecken. Dabei peitschen keine 3-Meter-Wellen gegen die Küste. Die See ist spiegelglatt. Lewang braucht das. Denn Lewang ist Speedsurfer.

In den stürmischen Jahreszeiten zieht es sie auf die Gewässer, die Gemeinde der Speedsurfer wächst. Sonnenbaden, Surfpartys und süße Groupies sind nicht ihre Sache - sie kämpfen lieber einsam auf dem Wasser gegen die Naturgewalt. Dabei zeichnen sie über satellitengesteuerte Messgeräte ihre Geschwindigkeit auf und variieren Surfbretter und Segel, um neue Bestzeiten herauszukitzeln.

Versicherungsunternehmer Lewang trainiert dafür jedes zweite Wochenende im holländischen Hindeloopen. Internationale Profis widmen dem Speed-Hype ihr Leben, warten monatelang auf den richtigen Wind. Erst vor sechs Wochen stellte der Franzose Finian Maynard einen neuen Weltrekord im Speed-Surfen auf. Zusammen mit neun anderen Besessenen ließ er vor der Küste von Saintes Maries de la Mer eine Speed-Rinne ausbaggern.

Die Szenerie ist Teil eines Wettstreits zwischen Surfern und Seglern. Denn seit zehn Jahren hält ein Katamaran die Bestmarke aller Segelfahrzeuge von 46,42 Knoten. Diesen Rekord wollen die Windsurfer brechen. Als Frankreich in Überschwemmungen und Stürmen versank, war den Surfern das Wetter gerade recht, um die bisherige Bestzeit anzugreifen. Maynard bretterte mit 45,51 Knoten über das Wasser - mehr als 85 Stundenkilometer - Weltrekord für den Speeder.

Nach solch einer Höchstleistung rechnen auch die Veranstalter der Düsseldorfer Messe "boot" an diesem Wochenende mit starkem Andrang bei den Surfern, obwohlSpeedsurfen mit herkömmlichem Windsurfen wenig gemein hat. Die Bretter sind schmaler. Die Surfer beschweren sich mit Bleiwesten, um bei rasanter Fahrt nicht zu verspringen, um dem enormen Druck im Segel standzuhalten. Und damit die Finnen im Heck der Wasserboliden nicht brechen, sind sie besonders dünn geschliffen. Das ist kein billiger Spaß. Regattafahrer müssen bis 15 000 Euro für ihre Ausrüstung ausgeben.

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