Speerwerfer Hecht überrascht
Mutola allein auf Goldjagd

800-m-Weltmeisterin Maria Mutola hat bei der Jagd nach dem Millionen-Schatz in der Golden League auch die letzte Konkurrentin abgeschüttelt. Die Favoritin aus Mosambik setzte sich am Sonntag beim Berliner ISTAF in 1:59,01 Minuten durch und blieb damit auch in ihrem 14. Rennen hintereinander ungeschlagen.

HB/dpa BERLIN. Gewinnt die 30- Jährige auch noch die beiden letzten Meetings der hochkarätigen Serie in Zürich (15. August) und Brüssel (5. September), gehört ihr die Beute von einer Million Dollar (880 000 Euro) ganz allein. Ihre einzige Mitkonkurrentin, 100-m-Sprinterin Chandra Sturrup von den Bahamas, wurde diesmal nur Dritte und ist aus dem Rennen.

13 Tage vor dem WM-Start in Paris erlebten die rund 18 500 Zuschauer im Berliner Jahnsportpark trotz der fast 40 Grad Celsius im Schatten ein hochklassiges Leichtathletik-Meeting. Herausragend waren die Saisonbestzeiten des US-Sprintquartetts mit Weltmeister Maurice Greene als Schlussläufer (37,77 Sekunden) und der türkischen 1500-m- Europameisterin Süreyya Ayhan in 3:59,58 Minuten sowie die 2,05 m von Hochsprung-Weltmeisterin Hestrie Cloete (Südafrika), die danach drei Mal deutlich an der Weltrekordhöhe von 2,10 m scheiterte.

Speerwerfer Raymond Hecht (Magdeburg) wurde als einziger deutscher Sieger besonders gefeiert, der Routinier sorgte mit 84,32 m für den ersten Erfolg eines DLV-Athleten in der diesjährigen Golden League und verhinderte den Hattrick seines alten Rivalen Boris Henry (Saarbrücken/83,64), der zuletzt bei den Super-Grand-Prix in Stockholm und London nicht zu schlagen war. Hecht holte im zweiten Durchgang zum entscheidenden Wurf aus und packte dann seine Siebensachen. Trotz des Sieges dürfte er enttäuscht gewesen sein, denn die WM-Norm von 83,50 m erfüllte der Magdeburger zu spät.

400-m-Europameister Ingo Schultz, gerade aus dem Höhentraining aus St. Moritz zurückgekehrt, musste sich mit Platz fünf in schwachen 45,61 Sek. begnügen. "Alles im grünen Bereich", meinte der Hamburger. Der beste deutsche Stabhochspringer, Tim Lobinger (Köln), wurde mit 5,76 m Vierter; Weltmeister Dmitri Markov (Australien) gewann in 5,86 m. Olympiasieger Dieter Baumann lief als Sechster über die 3000 m in 7:43,93 Min. deutsche Jahresbestzeit; der Sieger Leonard Muchero (Kenia) kam nach 7:38,36 ins Ziel - schneller war in diesem Jahr nur der Marokkaner Hicham El Guerrouj.

Mutola ist die WM-Favoritin

Chandra Sturrup verlor auf der vierten Station der Super-Serie erstmals und wurde in 10,88 Sekunden sogar nur Dritte hinter Kelli White (10,84) und Chryste Gaines (beide USA/10,86). "Ich bin tief enttäuscht und will in Zürich und Paris beweisen, dass ich eine gute Läuferin bin. Meine Beine waren heute schwer, das haben Kelli und Chryste ausgenutzt. Aber viel Glück für Maria Mutola", sagte Sturrup, die mit 10,89 trotzdem die schnellste 100-m-Sprinterin im WM-Jahr unter regulären Bedingungen bleibt. Denn die Siegerzeit von US- Meisterin White ("Meine Bestform will ich erst in Paris erreichen") bleibt wegen der zu starken Windunterstützung (2,8 m/Sek.) ein Muster ohne Wert.

Die unverwüstliche Maria Mutola bleib im Jahnsportpark zwar 3,46 Sekunden über ihrer Jahresweltbestzeit, tritt aber in Paris als große WM-Favoritin an. "Ich will einen Schritt nach dem anderen machen", hatte sie schon vor dem "vierten Streich" erklärt. "Und warum soll ich nicht zwei Mal Gold in diesem Jahr holen - in der Golden League und bei der Weltmeisterschaft."

Auf 100-m-Weltrekordler Tim Montgomery hatten sich die Berliner zu früh gefreut. Nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen in Stockholm und London zog es der Amerikaner vor, nach Hause zu Freundin Marion Jones und dem sechs Wochen alten Sohn Tim jr. zu reisen. Weltmeister Maurice Greene trat nach dem Willen seines Trainers nur in der Staffel an. 100-m-Weltmeisterin Schanna Block (Ukraine) glänzte nach zuletzt drei Niederlagen in Serie ebenso durch Abwesenheit wie Hürden-Ass Gail Devers (USA).

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