Speichermedienhersteller unter Druck
Emtec baut knapp ein Viertel der Stellen ab

Der Speichermedienhersteller Emtec will knapp ein Viertel seiner rund 2500 Stellen abbauen. Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, müssten weltweit 600 Stellen gestrichen werden, 470 davon in Deutschland, teilte die einstige BASF-Tochter am Dienstag in Ludwigshafen mit.

HB/dpa LUDWIGSHAFEN. Betroffen sind die Standorte Ludwigshafen, Willstätt bei Offenburg und München. Emtec kündigte zudem ein neues Firmenkonzept an. Die Emtec-Gruppe gehört mit einem Umsatz von mehr als 730 Millionen Euro (2001) nach eigenen Angaben zu den größten Herstellern von Speichermedien weltweit. Dazu zählen neben Audio- und Videokassetten auch Bänder für so genannte Großrechner.

Mit den Maßnahmen reagiere Emtec auf die schlechte Konjunkturlage und auf die "massiven" Veränderungen am Markt, der von analogen hin zu digitalen Speichermedien tendiere, teilte die Emtec Gruppe mit. Das Restrukturierungskonzept sei mit einer Unternehmensberatung erarbeitet worden und solle schnellstmöglich umgesetzt werden. Über die Maßnahmen werde mit dem Betriebsrat verhandelt. Wegen Liquiditätsproblemen hatten Mitarbeiter und Führungskräfte bereits im Sommer teilweise auf ihr Gehalt verzichtet.

Die Pläne sehen vor, dass der Standort München in ein eigene Gesellschaft übergeführt wird und dass 200 von 400 Stellen wegfallen. Der Schwerpunkt werde künftig auf neue nichtmagnetische Produkte wie Folien für Bar-Code- und Etiketten-Druck gelegt. Die Videobandproduktion in München wird geschlossen und nach Willstätt verlegt, wo 190 von rund 1100 Stellen wegfallen. Davon werden 70 ausgegliedert.

Der Standort Willstätt soll sich künftig auf den Bereich mit professionellen Bandspeichermedien konzentrieren, wozu Bänder für Rechenzentren zählen. Dafür wird die Gruppengesellschaft Emtec Magnetics GmbH von Ludwigshafen nach Willstätt verlegt. In Ludwigshafen werden deshalb 80 von rund 150 Stellen abgebaut beziehungsweise verlagert. Der brasilianische Standort Manaus mit 270 Mitarbeitern wird verkauft. Emtec war 1997 von der BASF verkauft worden und gehört inzwischen der Londoner Versicherung Legal & General Ventures Ltd.

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