Spektrometer erkennt auch chemische Kampfstoffe
Künstliche Nase riecht Tuberkulose

Eine künstliche Nase könnte künftig helfen, die Ausbreitung von Tuberkulose einzudämmen. Wissenschaftler in Berlin entwickelten ein Spektrometer, das erstmals den schnellen Nachweis des Tuberkulose-Erregers ermöglicht.

BERLIN. In einem multinationalen Forschungsprojekt entwickelten Wissenschaftler am Institut für Umwelttechnologien und der Laser- und Medizin GmbH-Technologie in Berlin ein Spektrometer, das erstmals den schnellen Nachweis des Tuberkulose-Erregers "Mycobacterium tuberculosis" ermöglicht.

Die bisherigen Erkennungsmethoden basieren auf Speicheltests und sind recht aufwendig. Ein sofortiger Nachweis war bisher nicht möglich. Bei der in Berlin entwickelten Methode müssen Tbc-Verdächtige nur in ein Röhrchen husten. Dabei wird die mit Tuberkeln belastete Atemluft einer Messzelle im Spektrometer zugeführt. Dort werden die Moleküle in geladene Teilchen überführt und beschleunigt. Nach dem Auftreffen der Partikel auf einem Ionen-Kollektor lassen sich diese elektronisch messen und ihre charakteristischen Spektren unmittelbar auswerten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet damit, dass bis zum Jahr 2020 weltweit 70 Millionen Menschen an Lungentuberkulose sterben werden. Mit jährlich über zwei Millionen Toten hat die Zahl der weltweiten Schwindsucht-Opfer historischen Höchststand erreicht. Deshalb sollten Urlauber trotz der viel diskutierten Gefährdung durch die Lungenkrankheit SARS das Risiko anderer Infektionskrankheiten wie Tbc nicht unterschätzen. Darauf weist das Institut für Tropenmedizin in Berlin hin.

Die künstliche Supernase ist so empfindlich, dass sie neben Tbc auch über 2 000 unterschiedliche chemische Komponenten erkennt. So entdeckt das Spektrometer auch chemische Kampfstoffe wie Sarin, Soman, Tabun, Lost und Blausäure.

Gekoppelt mit einer speziellen Elektronik und einem Laptop, ist die künstliche Nase nicht größer als ein kleiner Aktenkoffer und wäre daher auch für schnelle Kontrollen auf Flughäfen geeignet. Eingebaut in eine Kontrollschleuse, könnte die Supernase die Luft beim Durchschreiten der Fluggäste ansaugen und sofort analysieren.

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