Spekulation schadet Banken und Versicherer
Dax von Finanzwerten belastet

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Dienstag bei dünnen Umsätzen vor allem in Folge von Verlusten bei Finanztiteln nachgegeben. Aktien von Versicherern und Banken waren im Anschluss an einen Bericht des Handelsblatts unter Druck geraten, dem zufolge die Bundesregierung die Erhebung einer Gewerbesteuer für Beteiligungsverkäufe plant.

Reuters FRANKFURT. Das Finanzministerium wies den Bericht zwar zurück, Händler bezeichneten das Dementi aber als sehr weich. Größter Verlierer im Dax war SAP, die nach der Gewinnwarnung eines südafrikanischen IT-Unternehmens nachgaben. Der Dax notierte am Mittag 0,6 % tiefer mit 6 071 Zählern. Am Neuen Markt verloren die Wachstumstitel ebenfalls an Wert. Der Nemax-All- Share-Index gab um knapp zwei Prozent auf 1 457 Zähler nach.

Das Handelsblatt hatte am Dienstag berichtet, das Bundesfinanzministerium wolle ab 2002 Gewinne aus Beteiligungsverkäufen mit 13 % besteuern. Das Ministerium hatte dazu dann am Vormittag mitgeteilt, es gebe tatsächlich einen entsprechenden Vorschlag der Bundesländer. "Nach dem bisherigen Stand der Dinge besteht nicht die Absicht, dies umzusetzen", hatte die Sprecherin hinzugefügt. Nach dieser Aussage machten die Finanztitel einen Teil ihrer Verluste wieder wett, verharrten aber weiterhin im Minus. Händler sahen das Dementi allerdings skeptisch und bezeichneten es als sehr weich. "Wo Rauch ist, ist auch Feuer", sagte ein Börsianer.

Die Aktien der Münchener Rück notierten gegen Mittag mit einem Minus von 0,9 % auf 330,60 Euro, nachdem sie zuvor um mehr als zwei Prozent gefallen waren. Allianz verbuchten einen Abschlag von 1,6 % 336,74 Euro. Hypo-Vereinsbank gaben auf Grund der Nachricht um 1,6 % auf 57,30 Euro nach, Deutsche Bank verloren ein Prozent auf 84,82 Euro. "Eine solche Spekulation belastet natürlich die Konzerne, die ein großes Unternehmensportfolio haben", sagte Frank Albrecht, Aktienhändler bei M.M. Warburg.

SAP unter Druck

Mit einem Kursabschlag von 3,4 % auf 161,71 Euro verzeichneten die Aktien von SAP den größten Kursabschlag, was Händler auf die Gewinnwarnung des südafrikanischen IT-Konzerns Dimension Data zurückführten. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, der Betriebsgewinn würde sich auf Grund eines harten Preiswettbewerbs verringern. "Das belastet natürlich SAP", sagte ein Händler. "SAP ist ein Vorzeigeunternehmen, das immer noch einen guten Ausblick hat und noch keine Gewinnwarnung abgegeben hat. Und das trotz eines schwachen Umfelds." Zudem belaste eine schwache Vorgabe der US-Technologiebörse Nasdaq SAP. Die in London gelisteten Aktien von Didata gaben um mehr als 20 % nach.

Bedenken über eine zu hohe Bewertung der Aktien im Verhältnis zu den Geschäftszahlen hatten Börsianern zufolge die US-Technologieaktien belastet, während besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten die Werte im Dow Jones beflügelt hatten. Dieser war um 0,9 % auf 10 593 Zähler angestiegen, die Nasdaq hatte 0,6 % auf 2148 Punkte abgegeben.

RWE im Plus

Der Handel an den US-Börsen endet am Dienstag auf Grund des Feiertages am 4. Juli in den USA um 19.00 Uhr MESZ. Am Mittwoch bleiben die Aktienmärkte in New York geschlossen. Händlern zufolge sei der Handel aus diesem Grund auch am deutschen Markt von dünnen Umsätzen geprägt.

RWE verbuchten nach der Vorlage von im Rahmen von Analystenerwartungen liegenden Bilanzdaten ein Plus von 0,3 % auf 46,90 Euro.

Der MDax notierte kaum verändert bei 4 803 Punkten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%