Spekulation über schnelles Kriegsende stützt Märkte - Euro fällt unter 1,08 $: US-Dollar macht Boden gut, Ölpreis gibt nach

Spekulation über schnelles Kriegsende stützt Märkte - Euro fällt unter 1,08 $
US-Dollar macht Boden gut, Ölpreis gibt nach

Der Euro hat am Mittwoch mit deutlichen Kursverlusten auf den Vormarsch von US-Streikräften auf Bagdad reagiert. Die Gemeinschaftswährung notierte gegen 14.30 Uhr MESZ bei 1,0820/30 Dollar und damit fast einen US-Cent unter dem Niveau zum Handelsschluss am Dienstag in New York (1,0909/15 Dollar).

vwd FRANKFURT. Der Euro gibt am Mittwochnachmittag zum US-Dollar weiter nach und rutscht unter 1,08 $. Auch zum Yen gewinnt der Dollar an Boden und lässt die Marke von 119 Yen hinter sich. Im Handel heißt es, die sich häufenden Nachrichten über militärische Erfolge der Alliierten im Irak stützten den Dollar.

US-Truppen haben sich einem Bericht des britischen Nachrichtensenders "Sky News" zufolge der irakischen Haupstatdt Bagdad bis auf 20 Meilen genähert. Insgesamt ergebe sich das Bild, dass mit dem Erfolg der alliierten Truppen der Euro die jüngste Aufwärtsbewegung bis auf 1,0720 $ korrigieren dürfte.

Diese Korrektur sei auch charttechnisch auf Grund der überkauften Situation angezeigt, heißt es weiter. Angesichts der fundamentalen wirtschaftlichen Daten werde sich die Gemeinschaftswährung aber trotzdem zum Dollar behaupten, so die Prognose der Devisenanalysten der Helaba. Bereits bei 1,0780 USD sollte der Euro demnach auf neues Kaufinteresse stoßen. Bei den Auftragseingängen der US-Industrie im Februar wird mit einem Rückgang gerechnet, die Zahlen dürften wenig Bewegung zur Folge haben, heißt es weiter.

"Manch einer denkt nun, die Dinge wenden sich für die US-Truppen zum Positiven. Aber wenn sie erst in Bagdad sind, könnten wir das zu sehen bekommen, was wir nicht sehen wollen", sagte ein Händler einer japanischen Bank mit Blick auf den befürchteten Häuserkampf in der irakischen Hauptstadt.

Analyst Seiya Nakajima von der Itochu Corp beurteilte die Lage im Irak insgesamt skeptisch: "Die Leute hatten gedacht, wenn der Krieg erst anfängt, würde sich die Unsicherheit auflösen. Aber jetzt haben wir mehr Unsicherheit als vorher." Er stufte die Gewinne des Dollar als nur vorübergehend ein. "Ich glaube, der Dollar ist weiterhin verwundbar."

Die Kurse von Staatsanleihen, die in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit ebenfalls als sicheres Investment gelten, gaben in Reaktion auf die Nachrichten über Kerbala nach. Die Rendite der zehnjährige US-Benchmark-Anleihe stieg auf 3,89 Prozent nach 3,81 Prozent im späten New-Yorker Vortagshandel. Der Kurs der richtungweisenden zehnjährige Bundesanleihe gab um 61 Ticks auf 103,17 Prozent nach. Das Papier rentierte auf diesem Niveau bei 4,09 Prozent.

Der Ölpreis sank ebenfalls. Ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent verbilligte sich um 91 Cents auf 25,45 Dollar. Die US-Sorte Light Crude gab auf 28,85 Dollar nach.

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