Spekulation um Gründung einer Billig-Airline der Lufthansa
Luftkampf der Preisstrategen

Mit Billigangeboten und vollmundigen Erfolgsprognosen hat Ryanair die europäischen Luftfahrtgesellschaften aufgeschreckt. Jetzt ziehen Austrian Airlines, BA und Swiss mit Niedrigpreis-Konzepten nach.

vwd/apa/afp WIEN. Nachdem der irische Billigflieger eine neue Runde im Wettbewerb der europäischen Fluggesellschaften eingeläutet hat, starten die Airlines jetzt zum Gegenangriff. So reagiert die Gruppe der Austrian Airlines AG (AUA), Wien, mit einem neuen Konzept auf die Niedrigpreis-Konkurrenz. Die Gründung eines eigenen AUA-Billig-Carriers werde aber nicht überlegt, schreibt die österreichische Tageszeitung "Kurier" (Montagausgabe) unter Berufung auf AUA-Sprecher Hannes Davoras. Offen sei allerdings, ob Billigflüge "unter einer neuen Marke" angeboten werden, heißt es. Eine Gefahr sei dabei, dass die Billig-Marke die etablierten Marken (AUA, Lauda Air, Tyrolean, Rheintalflug) gefährden könnten.

Die Krise in der Luftfahrtbranche hat Austrian Airlines in den vergangenen Monaten zweistellige Einbrüche bei den Passagierzahlen beschert. Das Unternehmen streicht deshalb bis zum Jahresende 930 Stellen. Die Kapazitäten wurden um rund acht Prozent gekürzt. Zu Austrian Airlines gehört auch der ehemalige Konkurrent Lauda Air sowie Tyrolean Airways und Rheintalflug.

Luftfahrt-Analysten seien überzeugt, dass Billig-Fluggesellschaften wie die irische Ryanair künftig in der Staffel der großen europäischen Airlines mitfliegen werden, schreibt die Zeitung weiter. Das Konzept sei: Gespart wird, wo es geht. Buchung nur über Telefon und Internet, kein Essen an Bord, kein reservierter Sitzplatz, keine Selbstverpflichtung, den Passagieren bei Überbuchungen oder abgesagten Flügen die Hotelübernachtung zu zahlen und kein Netzwerk. Statt teurer zentraler Flughäfen werden oft billigere Airports in Randlagen angeflogen. Die Personalkosten für die jungen Crews sind niedrig.

Die Deutsche Lufthansa AG, Köln/Frankfurt, habe "bereits das Konzept für die Gründung einer eigenen Billig-Airline in der Schublade", heißt es in der Zeitung weiter. Auch die British Airways plc, London, wolle mit einem neuen Angebot für Geschäftsreisende gegen die Billig-Konkurrenz antreten.

Insofern werde auch die AUA-Gruppe "dem Erfolgsflug der Billig-Carrier nicht länger tatenlos zusehen". Das Konzept sei bereits fertig und noch im Februar "will die heimische Luftfahrt-Gruppe loslegen", schreibt die Zeitung. Details dazu wollte der Sprecher jedoch noch nicht nennen.

In diese Kerbe schlägt auch die neue Schweizer Fluggesellschaft Swiss. Sie will mit verbilligten Tickets mehr Passagiere anlocken und damit ihren Marktanteil erhöhen. Die Ticketpreise sollen "im Schnitt über 14 Monate um 20 Prozent" gesenkt werden, kündigte Swiss-Chef André Dosé in Schweizer Tageszeitungen an. Außerdem würden die Führungsetage und Hierarchien abgebaut und die Gehälter der Piloten um 35 Prozent gekürzt. Swiss ging aus der Fusion von Crossair mit der bankrotten Swiss Air hervor.

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