Spekulation um Personalwechsel bei Adtranz
Zeitung: Daimler-Chrysler erwartet einen 15%igen Umsatzanstieg

Erfreulich war vor allem der Mercedes-Absatz. Die Bahntechnik-Tochter Adtranz soll wieder schwarze Zahlen schreiben. Ein Verkauf an Bombardier wird daher warscheinlicher.

Reuters HAMBURG. Der Daimler-Chrysler-Konzern wird einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge bei der Vorlage seines Halbjahresberichts am kommenden Mittwoch Rekordzahlen präsentieren. Des Ergebnis nach Steuern dürfte auf etwa 3,3 Mrd. Euro gestiegen sein, berichtete die Zeitung unter Berufung auf "Konzernkreise und Schätzungen von Analysten". Im ersten Halbjahr 1999 hatte der bereinigte Überschuß 3,1 Mrd. Euro betragen. Zudem hieß es in dem Bericht, der Konzern verhandele weiter mit der kanadischen Bombardier über einen Verkauf seines Bahntechnik-Anbieters Adtranz. Daimler-Chrysler Konzern wollte auf Nachfrage am Wochenende beide Aspekte nicht kommentieren.

Der Umsatz bei Daimler-Chrysler stieg dem Bericht der Zeitung zufolge im ersten Halbjahr um rund 15 % auf 83,3 Mrd. Euro.

Als Gewinn je Aktie werde das Unternehmen für das zweite Quartal 1,6 Euro ausweisen, 8,5 % mehr als vor Jahresfrist, hieß es. Bei der Sparte Mercedes-Benz Pkw habe Daimler-Chrysler im Halbjahr mit 20,9 Mrd. Euro 16 % mehr als vor Jahresfrist umgesetzt. Die Sparte Chrysler habe zwar mit plus 18 % auf 37,4 Mrd. Euro stärker zugelegt. Dies sei aber lediglich dem höheren Dollarkurs zu verdanken, berichtete die Zeitung. Allein im zweiten Quartal sei der Chrysler-Absatz um acht Prozent zurück gegangen.

Zu Adtranz hieß es in dem Bericht weiter, die kanadische Bombardier werde den lange Zeit Verluste schreibenden Bahntechnik-Hersteller von Daimler-Chrysler wohl nur übernehmen, wenn sie sich dabei "kein Fass ohne Boden" einhandele. Nach Informationen der Zeitung habe Adtranz allerdings im zweiten Quartal Gewinne geschrieben. In den ersten drei Monaten seien hingegen noch Verluste erwirtschaftet worden. Über einen möglichen Verkauf von Adtranz an den kanadischen Konzern hatte es bereits im Laufe der Woche Spekulationen gegeben. Daimler-Chrysler wollte dies bereits damals nicht kommentieren. Bombardier hatte indes eine Kaufabsicht zurück gewiesen. Adtranz ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von Bahnsystemen und Schienentechnik mit rund 23 000 Mitarbeitern. Das Unternehmen setzte 1999 rund 3,8 Mrd. Euro um und wies dabei einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe aus. In diesem Jahr will Adtranz schwarze Zahlen schreiben

. Den Angaben der Zeitung könnte sich auch ein Personalwechsel bei Adtranz anbahnen. Der Chef der Deutschen Bahn AG , Hartmut Mehdorn, habe dem Adtranz-Chef Rolf Eckrodt ein Angebot gemacht, hieß es. Eckrodt solle Technik-Chef im Bahn-Vorstand werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%