Spekulationen nur mit Risiko
Kein Schadenersatz für Verkauf unbezahlter Aktien

Aktienkäufer können nach einem Urteil des Landgerichts München I nicht auf Ersatz entgangener Gewinne hoffen, wenn sie die Wertpapiere zwar bestellt, jedoch nicht bezahlt haben und die Bank diese dann auf eigene Rechnung wieder verkauft. Eine Frau aus dem Erftkreis bei Köln, die die Differenz vom Verkaufspreis zum Jahreshoch geltend gemacht hatte, unterlag auch in der zweiten Instanz gegen eine Münchener Bank, wie das Amtsgericht München am Montag mitteilte.

rtr MÜNCHEN. Der Anlegerin waren beim Börsengang der Kretztechnik AG an den Neuen Markt 96 Aktien für 3892 ? zugeteilt worden. Die Deckung auf ihrem Anlagekonto reichte jedoch nur für 36 Aktien, worauf das Institut nach wiederholter Aufforderung, das Defizit auszugleichen, eine Woche später 60 Aktien wieder verkaufte.

Die Klägerin forderte fünf Monate danach die Differenz zum Jahreshoch von 67,40 ? - 46,10 ? je Aktie oder 2766 ?, von der Bank zurück. Die Bank weigerte sich mit der Begründung, die noch nicht bezahlten Aktien hätten ihr gar nicht gehört. Außerdem sei dahingestellt, ob sie die Aktien zum Höchstpreis auch verkauft hätte. Für das Gericht war am Ende Ausschlag gebend, dass die Klägerin sich für den Einspruch fünf Monate Zeit gelassen hatte und nicht sofort verlangt habe, den Kauf rückgängig zu machen. Damit habe die Bank den Schaden nicht verursacht, stellten die Richter fest. Schadenersatz für einen späteren fiktiven Wertzuwachs würde der Anlegerin die Möglichkeit verleihen, mit Aktien ohne Risiko zu spekulieren. Schließlich habe sie auch die 36 restlichen Aktien nicht zum Höchstkurs verkauft.

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